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Analysen - Ausland
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27.01.2012
RBI/RZB haben zwei Drittel des EBA-Kapitalbedarfs umgesetzt
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Günter Hohberger, Analyst der Erste Bank, stuft die Aktie der Raiffeisen Bank International (RBI) (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) mit dem Rating "kaufen" ein.
Zu Wochenbeginn habe zunächst die Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) für positive Stimmung bei österreichischen Bankaktien gesorgt, weil sie sich bei der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) dafür stark machen wolle, das in Österreich zusammen mit dem Staatskapital emittierte private Partizipationskapital für das EBA-Kernkapital anzurechnen. Im Zuge der Aufnahme von Staatskapital hätten die Raiffeisen Zentralbank (RZB) EUR 750 Mio. und die Erste Group EUR 540 Mio. an privatem Partizipationskapital begeben. Zur Erreichung der harten Kernkapitalquote von 9% nach EBA-Definition müsse eine Lücke von EUR 2,1 Mrd. bei der RZB und von EUR 743 Mio. bei der Erste Group bis Ende Juni 2012 geschlossen werden. Eine Anrechnung würde also eine spürbare Erleichterung bei der Umsetzung der bereits geplanten Maßnahmen bringen.
Die RBI und ihre Mutter RZB hätten diese Woche außerdem mit den bereits erzielten Fortschritten bei der Umsetzung der notwendigen Kapitalmaßnahmen aufhorchen lassen. Mit bereits erreichten Maßnahmen von EUR 1,4 Mrd. seien zwei Drittel der erforderlichen EUR 2,1 Mrd. umgesetzt worden. Sie würden u. a. die Reduktion der Eigenmittelerfordernisse mit Fokus auf das Marktrisiko (EUR 780 Mio.), die Umwandlung von Upper Tier 2 in hartes Kernkapital (EUR 450 Mio.) sowie das Aufdecken stiller Reserven und die Einrechnung des 4Q11-Ergebnisses (EUR 170 Mio.) betreffen. Bei den in Umsetzung befindlichen Maßnahmen von EUR 1,6 Mrd. gehe es überwiegend um EUR 1 Mrd. privates Partizipationskapital in der RZB-Gruppe sowie um die Reduktion von Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts.
Eine Reduktion des Kerngeschäfts in CEE werde entgegen dem ursprünglichen Plan nicht mehr als notwendig erachtet. Außerdem stütze das rasche Vorankommen bei der Umsetzung der Maßnahmen die Annahme der Analysten, dass die RBI so bald keine Kapitalerhöhung benötigen dürfte. Auch die in Diskussion befindliche Anerkennung des privaten Partizipationskapitals als EBA-Kernkapital würde im Falle einer positiven Entscheidung eine Umwandlung in Aktien und damit eine Verwässerung vermeiden helfen. Die Aktie habe seit der Kaufempfehlung der Analysten Ende November über 80% zugelegt und befinde sich nur noch 11% von ihrem Kursziel entfernt. Sollte sich die Stimmungslage an den Märkten weiter verbessern, könnte die RBI-Aktie aber bald Richtung Buchwert (ohne Firmenwert) bei EUR 35 je Aktie marschieren. Markante Kurskorrekturen seien bis dahin aber nicht ausgeschlossen.
Die Analysten der Ersten Bank bewerten die Aktie der Raiffeisen Bank International mit dem Votum "kaufen". Das Kursziel sehe man bei EUR 30. (Analyse vom 27.01.2012) (27.01.2012/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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