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Analysen - Ausland
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12.09.2002
Corus Group "hold"
Deutsche Bank
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Die Analysten von der Deutschen Bank stufen die Aktien der britischen Corus Group (WKN 924913) auf "hold" ein. Das Kursziel sehe man bei 0,50 Britischen Pfund (GBP).
Corus befinde sich weiterhin in der unrühmlichen Rolle des schwächsten Stahlherstellers in Westeuropa. Während die europäischen Konkurrenzunternehmen Arcelor und ThyssenKrupp im zweiten Quartal mit großem Schwung in die Profitabilität zurückgekehrt seien, habe Corus in der ersten Jahreshälfte einen Verlust eingefahren. Dabei komme der operative Verlust der Gruppe auf 207 Millionen GBP, während man bei der Deutschen Bank von einem Minus von 205 Millionen GBP ausgegangen sei. Auch der Gewinn habe eine schwächere Entwicklung präsentiert, als dies die Analysten erwartet hätten.
Das Unternehmen fokussiere sich unverändert auf den potentiellen Merger mit der brasilianischen CSN. Allerdings vertrete man bei der Deutschen Bank die Position, dass das Corus-Management sich diesbezüglich in einer Sackgasse befinde. Denn ein Merger mit CSN erhöhe den politischen Einfluss auf das Unternehmen und die ökonomische Lage in Brasilien bewerte man zudem als schwach. Weiterhin habe Corus Probleme in Europa, vor allem vor dem Hintergrund der Kostenstruktur.
Mit 1.680 Millionen GBP weise Corus einen hohen Schuldenstand zum 30. Juni vor. Dennoch wolle die britische Gesellschaft hier den Stand auf schätzungsweise 460 Millionen GBP reduzieren, durch den Verkauf von AvestaPolarit und Alouette erreicht werden solle.
Bei der Deutschen Bank habe man für das Jahr 2002 die Schätzung für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von plus 120 Millionen GBP auf minus 45 Millionen GBP gesenkt. Für das Geschäftsjahr 2003 reduziere man hier die Prognose um zehn Prozent. Daher sei es nur konsequent, wenn das Kursziel auf ein Niveau von 0,50 GBP nach unten korrigiert werde. Corus werde mit einem 4,7-fachen EV/EBITDA-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2003 bewertet.
Die Corus-Aktie wird bei der Deutschen Bank mit einem "hold"-Rating bewertet. Damit gehe man davon aus, dass sich der Titel in den kommenden zwölf Monaten in einer Spanne von plus zehn bis minus zehn Prozent gegenüber dem Markt entwickeln werde.
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