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Analysen - DAX 100
25.01.2012
Beiersdorf Skeptiker verpassen Trendwende
SRH AlsterResearch

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft die Aktie von Beiersdorf (ISIN DE0005200000/ WKN 520000) weiterhin mit "kaufen" ein.

Warnungen habe es mehr als genug gegeben. Zuletzt hätten Marktdatenerhebungen Beiersdorf nicht nur in einer fortgesetzt defensiven Position in Westeuropa gesehen, sondern zudem auch noch einen Einbruch im Nordamerikageschäft beschrieben. Vor dieser matten Grundierung würden die dann berichteten Eckdaten positiv herausstechen.

Mit der im 4. Quartal im Haut- und Körperpflegegeschäft (Consumer) erzielten operativen EBIT-Marge von 11,4% lasse sich schon der Vollzug der Trendwende ausrufen, wenngleich zumindest die Skeptiker noch auf eine Verfestigung der Datenbasis warten würden. Die Analysten hätten in ihrer Prognose eine weitere Talfahrt eingerechnet und den entsprechenden Q4-Margenwert bei lediglich 9,2% erwartet (Konsens bei knapp unter 10%). Für das Gesamtjahr ergebe sich die operative Ergebnismarge ebenfalls bei 11,4%, eindeutig besser als das formulierte Ziel von 10% bis 11%. Auch die Umsatzdaten würden den Zuversichtlichen Auftrieb geben: Haut- und Körperpflege hätten in Q4 organisch um +1,7% zugelegt (Anstieg entspreche AlsterResearch-Prognose); Einbrüche würden anders aussehen.

Die vorgelegten Zahlen für den industrielle Abnehmer beliefernden Unternehmensbereich tesa würden den Erwartungen entsprechen - dieses konjunkturabhängige Geschäft sei über alle vier Quartale des abgelaufenen Geschäftsjahres mit hoher Konstanz verlaufen. Mit der für das Gesamtjahr berichteten Marge von 11,6% werde die Zielformulierung von "clearly above 11%" erfüllt, die Wachstumsambition sei sogar klar übertroffen worden.

Die nicht um Sondereffekte bereinigten Ergebnisdaten würden sich noch stärker positiv von den Analystenschätzungen abheben. Auf EBIT-Ebene seien im Gesamtjahr 215 Mio. EUR als Restrukturierungsaufwand verbucht worden, auf Nachsteuerebene 175 Mio. EUR. Das seien deutlich weniger als die Ende November kommunizierten Einmalbelastungen (Schätzungen AlsterResearch: 255 Mio. EUR in der EBIT-Betrachtung, 195 Mio. EUR beim Nachsteuerergebnis).

Inwieweit eine Verschiebung ins angelaufene Geschäftsjahr 2012 erfolge, darüber erwarte man Aussagen am 1. März bei Präsentation des vollständigen Jahresgeschäftsberichts. Die Analysten würden in ihre Prognose für 2012 zunächst Sonderbelastungen von 45 Mio. EUR auf EBIT-Ebene einrechnen. Die hinter diesen Aufwendungen stehenden Maßnahmen seien Voraussetzung, um mittelfristig das Ziel einer EBIT-Marge von 15% anzupeilen, oder, wie das Management vorgebe, gar in Richtung 16% einschwenken zu können.

Noch-Konzernlenker Quaas führe die Restrukturierungsmaßnahmen an und ermögliche Nachfolger Heidenreich einen unbelasteten Start. Die Analysten würden derzeit davon ausgehen, dass Heidenreich konkretisierte Zielsetzungen für 2012 bei der Hauptversammlung (26. April) verlautbaren werde. Der Kapitalmarkt könne sich jetzt bereits einrichten, Beiersdorf sehr bald mit einem attraktiven Gesicht präsentiert zu bekommen. In der Auseinandersetzung mit dem Wettbewerb könne Heidenreich ab April mit fokussierter Schlagkraft auf Angriff gehen.

Die Peer-Group-Bewertung der Analysten indiziere zunächst 44 EUR als angemessenen Kurs der Beiersdorf-Aktie (EV/bereinigtes EBIT). Man erwarte für 2012 eine Konzern-EBIT-Marge von 12,0% (bisherige Prognose: 11,5%), für 2014 von 13%; die Zuversicht über ein zu hebendes Ergebnispotenzial (abgebildet im DCF-Modell) und die Perspektive eines neuen "Gesichts" würden die Analysten zu einer Kurszielformulierung von 50 EUR (bisher: 48 EUR) leiten.

Das "kaufen"-Anlageurteil der Analysten von SRH AlsterResearch wird für die Aktie von Beiersdorf bestätigt. (Analyse vom 25.01.2012) (25.01.2012/ac/a/d)


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