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Analysen - Ausland
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23.12.2011
Amgen profitabel und solide Bilanz, aber unklare Wachstumsperspektiven
Sarasin Research
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Zürich (aktiencheck.de AG) - David Kägi, Analyst von Sarazin Research, stuft die Aktie von Amgen (ISIN US0311621009/ WKN 867900) mit "neutral" ein.
Amgen sei eines der Pionierunternehmen der Biotechnologie, das heute zu den umsatzstärksten, globalen Biotechnologieunternehmen gehöre. Zu den selbst entwickelten Hauptprodukten würden Epogen/Aranesp und Neupogen/Neulasta für die Behandlung von Mangel an roten und weißen Blutzellen in Zusammenhang mit chronischen Nierenstörungen oder Krebschemotherapie gehören. Amgen verfolge eine Wachstumsstrategie über Akquisitionen von kleineren Biotechfirmen und sei durch den Kauf von Immunex 2002 in den Besitz des Rheumaprodukts Enbrel gekommen.
Vom neu auf den Markt gekommenen Produkt Denosumab erhoffe sich das Unternehmen eine Wiederbelebung des Wachstums. Der Wirkstoff werde für zwei unterschiedliche Anwendungen entwickelt: Einerseits unter dem Markenname Prolia für die Behandlung von Osteoporose und anderseits zur Behandlung und Prävention von Knochenmetastasen bei Krebs (Markenname Xgeva). Prolia sei bereits zugelassen für die Behandlung von Osteoporose und auch Xgeva dürfe für die Behandlung von Knochenkomplikationen bei metastasierten Tumoren bereits verkauft werden.
Der Zulassungsentscheid für die Indikation mit dem größten Umsatzpotenzial, der Prävention von Knochenmetastasen bei Prostatakrebs, stehe jedoch noch aus. Die bereits zugelassenen Indikationen würden ein Marktpotenzial von etwa 1 Mrd. USD darstellen. Zulassung für die Prävention von Knochenmetastasen würde das Marktpotenzial mehr als verdoppeln.
Das Management habe anlässlich der Resultate für das dritte Quartal 2011 für die nächsten Jahre die Ausschüttung von mehr als 60% der Reingewinne an die Aktionäre in Aussicht gestellt. Dies werde vor allem in Form von Aktienrückkäufen bis zu einem maximalen Betrag von USD 10 Mrd. erfolgen, wobei sich das Unternehmen auch auf eine stetig zunehmende Dividende verpflichtet habe. In einem ersten Schritt würden Aktien im Wert von USD 5 Mrd. zurückgekauft.
Die Aussichten im Grundgeschäft mit Epo, Neupo und Enbrel sind ungünstig, so die Analysten von Sarazin Research. Die beiden auf das Knochenwachstum wirkenden neuen Produkte Prolia und Xgeva würden zwar für Wachstumsimpulse sorgen. Die Analysten würden im Moment jedoch ein großes Risiko sehen, dass Xgeva die Zulassung für die Prävention von Knochenmetastasen nicht erteilt werde. Damit bleibe der von Xgeva generierte Zusatzumsatz jedoch zu klein, um nennenswertes Wachstum des Gesamtunternehmens auslösen zu können.
Unter diesen Umständen würden auch die verstärkten Anstrengungen zur Kapitalrückführung und die tiefe Bewertung, die mit einem PE12e nur noch dem Durchschnitt der Großpharmaunternehmen entspreche, nicht genügen, um den Titel längerfristig zu einer attraktiven Investition zu machen. Deshalb stufen die Analysten von Sarazin Research die Amgen-Aktie mit "neutral" ein. (Analyse vom 22.12.2011) (23.12.2011/ac/a/a) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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