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Analysen - Nebenwerte
08.12.2011
Grammer wichtiger Auftrag für Trucksitze des Actros vermeldet
Montega AG

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Hendrik Emrich, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von Grammer (ISIN DE0005895403/ WKN 589540) mit dem Rating "kaufen" ein.

Grammer habe heute die serienmäßige Ausstattung des neuen Mercedes Actros LKW mit Schwingsitzen vermeldet. Die aus Sicht der Analysten wichtigsten Aspekte seien im Folgenden dargestellt.

Bis 2015 plane Grammer die Erlöse im Sitzbereich für Trucks & Busse von aktuell rund 120 Mio. Euro zu verdoppeln. Damit würde das Delta in der Top Line mehr als 10% des aktuellen Konzernumsatzes ausmachen. Hierfür würden die Analysten den heute verkündeten Actros-Auftrag als einen wichtigen Baustein ansehen, da das Modell in Europa Marktführer bei Heavy-Duty Trucks sei. Da die Analysten bereits im Comment vom 16.9. nach ihrer Roadshow auf diesen Auftrag hingewiesen und die Umsatz- und Ergebnisbeiträge bereits in ihre Schätzungen verankert hätten, bestehe kein Anlass ihre Prognosen anzupassen.

Da es sich beim neuen Actros um eine extrem langsam hochlaufende Anlaufkurve handle, würden die Analysten erst ab 2013 nennenswerte Stückzahlen für Grammer erwarten. Hierbei handle es sich aufgrund der Lifetime Contracts im Truck-Bereich (10 bis15 Jahre gg. 7 bis 10 im PKW-Bereich) um "Booked Business" mit hoher Visibilität. Der Actros-Vorgänger sei ein Bestseller im LKW-Bereich (insgesamt ca. 700.000 verkaufte Einheiten) gewesen.

Bei einem langen LKW-Lebenszyklus von ca. zwölf Jahren und einer angenommenen Steigerung der Gesamtauslieferungen des neuen Actros gg. dem Vorgänger um 20% auf 840 Tsd. Einheiten, würde dies durchschnittliche Stückzahlen von rund 70 Tsd. p.a. ergeben. Da Grammer jedoch beim Vorgänger bereits 50% der Sitze geliefert habe (ca. 30 Tsd. p.a.) und bei der neuen Generation alle Sitze von Grammer stammen würden, belaufe sich das Zusatzvolumen auf gut 40 Tsd. Sitze pro Jahr. Laut ihrem Modell würden die Analysten gegenüber dem Vorgänger von einem höheren Durchschnittspreis von 320 (Vorgänger: 280 Euro) ausgehen, was ein Umsatzdelta von 14,2 Mio. p.a. ergeben würde.

Beim Geschäft mit LKW-Sitzen handle es sich im Vergleich zum Offroad-Bereich (Traktoren etc.) um deutlich höhere Stückzahlen, die Profitabilität sei hingegen erheblich geringer. Diese dürften aber oberhalb des Automotive-Bereichs (Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen; EBIT-Marge rund 3%) bei ca. 4% bis 6% liegen. Aufgrund der Alleinstellungsmerkmale von Grammer im Offroad-Bereich des Seating System-Segments dürfte die Marge hier im hohen einstelligen Bereich liegen. Auf Basis des obigen zusätzlichen Umsatzpotenzials würde dies ein EBIT-Delta von knapp 1 Mio. Euro p.a. ergeben. Wenngleich der Impact auf die Zahlen somit begrenzt sei, dürfte dieser Auftrag eine bedeutende Signalwirkung für mögliche Folgeaufträge anderer Truckhersteller haben.

Die Grammer-Aktie notiere weiterhin signifikant unter Buchwert (143 Mio. Euro Market Cap vs. 200 Mio. Eigenkapital). Auch die Bewertung auf Basis des KGVs von 4 bis 5 beinhalte noch immer deutliche Abschläge zur Peer Group. Die Analysten würden Trigger für die Aktie in einer möglichen Dividendenzahlung für 2011, die sie in ihren Schätzungen noch nicht berücksichtigt hätten, weiteren Großaufträgen im LKW-Bereich sowie in der Akquisition eines Sitzauftrags im Bereich Railway sehen.

Die Analysten der Montega AG empfehlen die Grammer-Aktie bei einem unveränderten Kursziel von 17,50 Euro zum Kauf. (Analyse vom 07.12.2011) (08.12.2011/ac/a/nw)


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