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Analysen - Nebenwerte
02.12.2011
bet-at-home.com enttäuschendes Q3, aber Vorbereitungen für zukünftiges Wachstum laufen
Warburg Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Susanne Schwartze, Analystin von Warburg Research, bewertet die Aktie von bet-at-home.com (ISIN DE000A0DNAY5/ WKN A0DNAY) nach wie vor mit dem Rating "kaufen".

bet-at-home habe Q3- und 9M-Zahlen vorgelegt. Das Wettvolumen habe sich um 23,5% auf EUR 1.288 Mio. (WRe: EUR 1.300 Mio.) erhöht. Der Brutto Gaming Ertrag (nach Wettsteuern und Glücksspielabgaben, "Hold") habe bei EUR 47,86 Mio. und damit über dem Vorjahresniveau und unter den Analystenschätzungen (WRe: EUR 50,3) gelegen. Die Analysten würden diesen "Hold"-Wert als "Umsatz" betrachten. Der Aufwand sei höher als angenommen gewesen und durch eine höhere Anzahl Mitarbeiter einerseits und niedrigere sonstige Aufwendungen andererseits, eine Abschreibung auf Finanzanlagen und etwas höhere Steuern beeinträchtigt worden.

Zudem seien die meisten der bei bet-at-home anfallenden Aufwendungen nicht vom Wettvolumen oder Hold abhängig, sondern durch Investitionen in zukünftiges Wachstums bedingt: Auf die sonstigen operativen Aufwendungen (insb. Marketing, Boni, Sponsoring) würden rund 75% vom Hold entfallen. Letztendlich hätten EBITDA, EBT und Jahresüberschuss unter dem Vorjahresniveau und den Analystenschätzungen gelegen. In Q3 sei auf Nettoebene sogar ein leichter Verlust verzeichnet worden. Q3 sei ein saisonal schwaches Quartal.

Q4 sei ein saisonal starkes Quartal und werde wesentlich stärker als Q3 ausfallen. Nichtsdestotrotz hätten die Analysten ihre Schätzungen für das Gesamtjahr reduziert. Das Wettvolumen verringere sich durch den verzögerten Eintritt in den italienischen Markt (geplant für Q4, nun für Q2/2011 angepeilt, da der Lizenzprozess langwieriger sei als ursprünglich geplant) leicht von EUR 1.830 Mio. auf EUR 1.800 Mio. Das Hold werde durch ein niedrigeres Wettvolumen sowie niedrigere Margen bei Sportwetten und höhere Annahmen für Wettsteuern beeinträchtigt (WRe Hold: EUR 68,5 Mio. nach EUR 73,0 Mio.).

Per Saldo könnten leicht niedrigere Aufwendungen (höhere Personalkosten und Steuern und niedrigere Zinseinnahmen vs. niedrigerer Marketingaufwand für Italien) die Reduzierung des Hold nicht kompensieren. Die Annahme für den Jahresüberschuss reduziere sich daher deutlich von EUR 12,24 Mio. auf EUR 8,47 Mio.

Annahmen für 2012 und 2013 würden sich ebenfalls verringern. Der Eintritt in regulierte Märkte wie Italien und Spanien sei langwierig und man erwarte einen höheren Wettbewerb, der zu niedrigeren Gross Gaming Margen - aber das Hold wachse noch zweistellig - und hohen Aufwendungen für Marketing, Sponsoring und Boni führe.

Auf den Kernmärkten Deutschland, Österreich und Polen sei bet-at-home jedoch gut positioniert und werde auch weiter investieren, um Marktanteile zu gewinnen sowie kontinuierlich in neue Märkte eintreten. Als eines der größeren Unternehmen sei das Unternehmen in einer guten Position, um die zunehmenden Anforderungen für Lizenzprozesse zu bewältigen. Liquide Mittel von über EUR 30 Mio. würden ein nachhaltiges Wachstum im wachsenden Wett- und Glücksspielmarkt ermöglichen.

Obwohl die Analysten von Warburg Research ihre Schätzungen und das DCF-basierte Kursziel reduziert haben, halten sie bet-at-home.com-Aktie für eine attraktive Investition und bestätigen ihre Kaufempfehlung. Das Kursziel werde von EUR 39,90 auf EUR 43 erhöht. (Analyse vom 01.12.2011) (02.12.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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