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Analysen - DAX 100
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29.11.2011
Rheinmetall hohe Staatsverschuldung belastet Sentiment
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von Rheinmetall (ISIN DE0007030009/ WKN 703000) nach wie vor mit "kaufen".
Die Kursentwicklung des Mischkonzerns Rheinmetall erfahre aktuell von zwei Seiten Druck:
Aufgrund der Tätigkeit als Automobilzulieferer leide die Aktie von Rheinmetall derzeit ebenso unter den sich eintrübenden konjunkturellen Rahmenbedingungen wie der gesamte Sektor. Zwar seien die in Q3 von Rheinmetall vorgelegten Ergebnisse in diesem Segment durchaus gut gewesen, doch dürfte die Industrie 2011 erstmal ihren Peak gesehen haben.
Die Nachrichtenlage im Segment Defence könne die oben beschriebene schlechte Stimmungslage nicht kompensieren. Die Schuldenkrise in Europa, die wahrscheinlich über Jahre hinweg die Budgetplanungen für die Verteidungsressorts negativ prägen werde, lasse organische Wachstumsfantasie im europäischen Markt vermissen (rund 65% Umsatzanteil). Genau zum falschen Zeitpunkt hätten sich in diesem Segment schwache Auftragseingänge und operative Ergebnisse hinzugesellt. Auch wenn diese nichts mit den derzeitigen schlechten Haushaltslagen zu tun hätten, sondern mit dem Projektcharakter des Geschäftes, sei das Sentiment für die Aktie denkbar schlecht.
Für langfristige Anleger würden sich hier durchaus günstige Einstiegsmöglichkeiten ergeben, denn die fundamentale Bewertung sei durchaus attraktiv. Das Auftragsbuch sei mit 5,1 Mrd. EUR gut gefüllt. Die Konsolidierung des RMMV Joint Venture sollte in 2012 zu einem Gewinnsprung führen (zusätzlicher Umsatz von rund 500 Mio. EUR). Rheinmetall werde die Konsolidierung in der Rüstungsindustrie weiter aktiv mitgestalten. Stetig würden kleine internationale Unternehmen gekauft. Die Analysten würden keinen Gewinneinbruch im Automotive-Segment in 2012ff erwarten.
Die Analysten hätten ihre Schätzungen im Segment Defence deutlich herunter genommen und seien für 2013 nun weit vom ausgegebenen Ziel von 3,5 Mrd. EUR entfernt. Allerdings sei es durchaus möglich, dass Rheinmetall mittels Akquisitionen dieses Ziel erreichen werde, abzusehen sei es aber zumindest derzeit nicht. Trotz des vollen Auftragsbuchs sei die Visibilität für die Analysten aufgrund des Projektcharakters gering. In einem von Vorsicht geprägten Kapitalmarktumfeld würden auch sie in ihrer Kalkulation Vorsicht walten lassen.
Kurzfristig sehe man für die Aktie derzeit kaum Chancen auf eine Outperformance. Die Haushaltskonsolidierungen würden noch lange für die europäischen Regierungen höchste Priorität haben.
Da die Rheinmetall-Aktie aber fundamental günstig bewertet ist, empfehlen die Analysten vom Bankhaus Lampe sie unverändert zum Kauf, allerdings bei einem von 65 EUR auf 50 EUR reduzierten Kursziel. (Analyse vom 29.11.2011) (29.11.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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