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23.11.2011
ProSiebenSat.1: Beirat beschließt Pilotprojekt zu neuen Informationssendungen
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Unterföhring (aktiencheck.de AG) - Die ProSiebenSat.1 Media AG (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) meldete am Mittwoch, dass sich ihr neuer Beirat unter dem Vorsitz von Dr. Edmund Stoiber zu seiner konstituierenden Sitzung versammelt und ein erstes beratendes Gespräch mit dem Vorstand geführt hat.

Wie aus einer Pressemitteilung der Fernsehsendergruppe hervorgeht, wird jede Sitzung des Beirats von Schwerpunktthemen geprägt sein, diesmal standen Politikvermittlung und medienpolitische Fragen im Vordergrund. Der Vorstand von ProSiebenSat.1 hat auf Anregung des Beirats beschlossen, gemeinsam mit einer großen deutschen Journalistenschule und einem Online-Medium ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt zur Entwicklung neuer politischer und wirtschaftlicher Informationsformate für junge Menschen zu starten. Ziel ist es, im aktiven Dialog mit der Politik zeitgemäße Formen der Präsentation komplexer Zusammenhänge zu finden, die insbesondere die Vernetzung von TV-, Online- und mobilen Medien berücksichtigen. Das Projekt wird zunächst mit 500.000 Euro finanziert. Ein Projektteam wird sich unmittelbar um die Auswahl der externen Partner kümmern, hieß es.

Der Beirat hat sich in seiner ersten Sitzung zudem mit medienpolitischen Grundsatzfragen befasst, um ein gemeinsames Verständnis zu zentralen Herausforderungen der Industrie zu erarbeiten. Dabei wurden fünf Kernthemen identifiziert.

Rahmenbedingungen: Für alle Anbieter audiovisueller Inhalte müssten gleiche Rahmenbedingungen gelten. Der Medienstandort Deutschland müsse mit Blick auf die wachsende Internationalisierung der Medien gestärkt werden.

Weiterentwicklung der dualen Medienordnung: ProSiebenSat.1 sei ein wesentlicher Teil und Mitträger der dualen Medienordnung in Deutschland und setze sich für ihre zeitgemäße Weiterentwicklung ein. Als Wettbewerber, aber auch Geschäftspartner der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten setze sich ProSiebenSat.1 dafür ein, die Aufgabenteilung zwischen öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Medienunternehmen wiederherzustellen.

Werbung und Sponsoring dürften nur dem privaten Rundfunk erlaubt sein. Das Unternehmen fordert eine Liberalisierung der strikten Werberegulierung.

Das Medienkonzentrationsrecht sollte modernisiert werden. Eine sinnvolle Fusionskontrolle setze voraus, dass sie die Abgrenzung von Märkten und die Berechnung von Marktanteilen stärker berücksichtige. Eine Überführung des deutschen Medienkonzentrationsrechts in das allgemeine Wettbewerbsrecht sei wünschenswert.

Das Urheberrecht müsse verbessert werden, um durch geeignete Maßnahmen audiovisuelle Inhalte zu sichern und Piraterie einzudämmen. Die leistungsschutzrechtliche Position von Medienunternehmen müsse gestärkt werden, hieß es.

Die Aktie von ProSiebenSat.1 notiert aktuell mit einem Minus von 0,92 Prozent bei 12,37 Euro. (23.11.2011/ac/n/d)


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