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Analysen - Neuer Markt
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26.08.2002
VIVA Media "buy"
Commerzbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von der Commerzbank bestätigen für die Aktien der VIVA Media AG (WKN 617106) die Empfehlung "buy" und das Kursziel von neun Euro.
Die VIVA Media AG habe heute Morgen ihre Ergebnisse für das 2. Quartal veröffentlicht. Erwartungsgemäß spiegelten die Ergebnisse das schlechte Marktumfeld der TV-Werbebranche und der TV-Produktionsbranche (Konsensschätzungen nicht verfügbar) wider. Zwar sei der Umsatz um 5% auf EUR 29,2 Mio. zurück gegangen, doch habe er 2 Prozentpunkte über der Schätzung gelegen. Die operativen Ergebnisse für das 2. Quartal seien zum Großteil im Rahmen der Commerzbank-Prognosen ausgefallen.
Aufgrund der Übernahme der Brainpool TV Ende 2001 seien vergleichbare Zahlen nur auf Proforma-Basis verfügbar. Da der Konzern weder offizielle Angaben zum Umsatz nach Geschäftsbereichen, noch zu den EBIT-Zahlen für die Geschäftssegmente VIVA Music TV und TV-Produktion mache, sei die Transparenz derzeit sehr niedrig. Die Ergebnisse für das 2. Quartal 2001 hätten die Zahlen des verlustbringenden Fernsehsenders VIVA Zwei und des Internetgeschäfts von VIVA digital, die dekonsolidiert und Anfang Oktober letzten Jahres ins Joint-Venture VIVA Plus Fernsehen GmbH gebracht worden seien, beinhaltet. Ferner sei im 2. Quartal 2001 der letzte Beitrag des im Rahmen der TV-Produktionssparte gestarteten, erfolglosen Printgeschäfts miteinbezogen worden.
Im 2. Quartal habe sich das EBIT auf EUR -10,8 Mio. belaufen. Das Musiksender-Geschäft generiere unter Berücksichtigung der The Box Holland B.V. ein negatives EBIT von EUR -1,9 Mio. (2. Quartal 2001: EUR -3,2 Mio.) Die TV-Produktion-Sparte erziele ein negatives EBIT von EUR -8,9 Mio. (2. Quartal 2001: EUR -4,7 Mio.), wofür in erster Linie die Abschreibungen von WESTKA und GFP ursächlich seien. Der Konzernfehlbetrag vor Steuern (EUR -13.9 Mio. im 2. Quartal) habe aufgrund von Verlusten bei in Aktien- und Anleihefonds angelegten Geldern unter der Commerzbank-Schätzung von EUR -10,7 Mio. gelegen.
Auf dem derzeitigen Kursniveau werde der Konzern auf Basis der Schätzungen für 2002 und 2003 mit einem bescheidenen EV/Umsatz-Multiplikator von 1,1x bzw. 0,9x gehandelt. Aufgrund der Steigerung des Postens "sonstiger operativer Ertrag" um EUR 30 Mio. aus der Zahlung von AOL Time Warner für 2002 seien die EBITDA- und EBIT-Multiplikatoren nicht sehr aussagekräftig. Der Konzern werde derzeit mit akzeptablen EV/EBITDA- und EV/EBIT-Multiplikatoren auf Basis der 2003er Schätzungen von 7,6x bzw. 18,8x gehandelt.
Man sei weiterhin der Auffassung, dass die Aktie aufgrund der Liquiditätslage (rund EUR 50 Mio.) nach wie vor eine gute Anlagemöglichkeit darstelle. Dieser Barmittelbestand dürfe eine mögliche internationale Expansion mit dem Hauptaktionär AOL Time Warner ermöglichen. Dieser beabsichtige immer noch, seine Beteiligung an VIVA Media auf rund 50% bzw. 51% (46,2% seit Juni diese Jahres) aufzustocken.
Bei der Commerzbank wird für die VIVA Media-Aktie eine unveränderte Kaufempfehlung bei Kursziel neun Euro ausgesprochen.
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