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Analysen - Ausland
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10.11.2011
NVIDIA interaktives Kino in Echtzeit auf ihrem PC
Heibel-Ticker
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Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" raten die Aktie von NVIDIA (ISIN US67066G1040/ WKN 918422) spekulativ zu kaufen.
Die High-End-Grafikkarten der Spielekonsolen und Spielecomputer kämen von NVIDIA. Die Spieleindustrie habe eine Reihe von neuen Versionen auf den Markt gebracht und Spieler würden ihre PCs aufrüsten. NVIDIA dürfte davon profitieren, wie auch vom anhaltenden Boom bei Smartphones, Touchpads und Netbooks, für die ein spezieller Graphikchip entwickelt worden sei.
In diesen Tagen sei die neue Version von "Modern Warfare, Call of Duty" auf den Markt gekommen. Da steuere man als Spieler einen Helikopter, und die gesamte Landschaft werde entsprechend den Flugbefehlen perspektivisch mit einer Detailgenauigkeit angezeigt, die an einen Kinofilm erinnere. Nicht ohne Grund seien Spielecomputer heute die High-End-Geräte, die meist individuell zusammengestellt würden. Und neben dem Prozessor sei vor allem eins wichtig: die Graphik-Karte. NVIDIA sei Marktführer in diesem Bereich. Und je mehr aufwendige Spiele auf den Markt kämen, desto mehr Spieler würden sich High-End-Rechner mit NVIDIA-Graphikkarten holen.
Die Spieleindustrie habe sich in den vergangenen Jahren etwas zurückgehalten. Bei NVIDIA sei die Flaute der letzten Jahre deutlich zu sehen, der Umsatz in den Jahren 2009 und 2010 sei rückläufig gewesen, erst in diesem Jahr werde wieder das Niveau von 2008 erreicht. Heute Abend nach US-Börsenschluss, also gegen 22:10 Uhr, werde NVIDIA seine Quartalszahlen veröffentlichen. Die Experten würden erwarten, dass die Zahlen besser seien als von Analysten geschätzt. Gleichzeitig hätten sie gestern im Rahmen des Ausverkaufs ein Minus von 5% gesehen, was die Chance für eine positive Reaktion auf die Zahlen erhöhe.
Es werde ein Quartalsgewinn von 0,26 USD je Aktie erwartet bei einem Umsatz von 1.059 bis 1.078 Mrd. USD. Das entspreche einem Wachstum von 4 bis 6% gegenüber dem Vorquartal. Vor zwei Wochen habe Wettbewerber AMD (ISIN US0079031078/ WKN 863186) gute Zahlen präsentiert, was Rückschlüsse auf NVIDIA zulasse. Dennoch notiere die Aktie heute nach dem gestrigen Ausverkauf deutlich unter dem Kurs von vor der AMD-Meldung.
In sämtlichen Berichten über NVIDIA lese man überwiegend über den neuen Sparchip Tegra3, ein Graphikchip für Touchpads, Smartphones und Netbooks. NVIDIA könne in diesem Segment nicht richtig Fuß fassen. Außerdem würden Gerüchte über eine Produktionsdrosselung des iPhone 4S von Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985) auf dem Markt lasten; man fürchte, der Smartphoneboom könne eine Verschnaufpause einlegen.
Vom Spielemarkt, der aktuell von einigen neuen Spielen belebt werde, rede keiner der Analysten. Dabei habe NVIDIAs CEO Jen-Hsun Huang noch im September die Unternehmensprognose nach oben revidiert. Als Grund habe er die starke Nachfrage nach High-End-Spielecomputern aus China genannt.
Bei einem erwarteten Umsatzwachstum von 12% p.a. könne man nicht sagen, die Aktie sei mit einem KGV 2012e von 12 günstig bewertet (PEG =1). Doch wenn man sich anschaue, dass 4 USD je Aktie oder 30% der Marktkapitalisierung als Nettoliquidität in der Bilanz stünden, also in bar verfügbar seien, würden sich ganz andere Bewertungskennziffern ergeben. Das liquiditätsbereinigte KGV betrage also nur noch 8.
CEO Huang habe noch etwas gesagt, als er die Prognose angehoben habe: Die angehobene Prognose sei extrem konservativ. Das sei Analystendeutsch für "Wir werden sicherlich noch besser abschneiden, als heute prognostiziert". Und eine solche Aussage mache man entweder, wenn man mit dem Rücken zur Wand stehe, oder wenn man davon wirklich überzeugt sei. Mit 2,5 Mrd. USD in bar bei der Bank stehe man nicht mit dem Rücken zur Wand.
Im Januar habe die Aktie noch bei 19 Euro gestanden, im Rahmen der jüngsten Krise sei die Aktie bis auf 8,30 Euro ausverkauft worden. Aktuell notiere sie knapp über 10 Euro. Seit dem Tief Mitte August habe sich bereits ein leichter Aufwärtstrend etabliert, an dessen unterer Begrenzung die Aktie mit 10 Euro derzeit notiere. Sollten die Quartalszahlen für eine positive Überraschung sorgen, so könnte sich die Aktie in Richtung 12 Euro auf den Weg machen.
Die Experten würden denken, die Bedeutung der Markteinführung neuer Spiele werde derzeit noch unterschätzt, wie auch die Kaufwut der neuen chinesischen Mittelschicht sowie die treue Kauffreude der bereits etablierten Spieler in den westlichen Ländern. Vielfach werde nicht gleich ein neuer PC gekauft sondern der alte lediglich etwas aufgerüstet - und da sei die Graphikkarte ein beliebter Optimierungsort für eine verbesserte Performance.
Die Gerüchte über einen sich abschwächenden Smartphonemarkt und Touchpadmarkt würden sich mehren, und die Experten möchten sich hier nicht so weit aus dem Fenster lehnen und diese Gerüchte als haltlos bezeichnen. Aber für NVIDIA sei es ein neuer Markt, der ein zusätzliches Potenzial berge. Der neue Tegra3 werde wohl demnächst im EeePC von Asus verwendet (Transformer), das sei ja schon einmal ein recht umsatzstarker Kandidat.
Die Experten würden denken, dass die Zahlen im Rahmen der Erwartungen ausfallen sollten. Wichtiger als die Zahlen jedoch sei stets der Ausblick und in dem letzten Ausblick sei die Prognose bereits angehoben worden. Werde NVIDIA heute erneut eine Prognoseanhebung vornehmen oder nicht?
Da die Aktie in Augen der Experten unter Berücksichtigung der dicken Barreserven günstig bewertet sei, würden sie das Rückschlagspotenzial für überschaubar halten. Die Chance auf einen Kurssprung sei jedoch gegeben, da ein positiver Ausblick die günstige Bewertung aufdecken würde.
Wer also eine Spekulation eingehen möchte, der kann dies mit der NVIDIA-Aktie tun, so die Experten von "Heibel-Ticker". Der Markt sei turbulent, und die Kursrichtung werde derzeit eher von Gerüchten als von Fakten bestimmt. Das Risiko sei also groß, in so turbulenten Zeiten auf eine positive Überraschung und insbesondere deren entsprechende Würdigung im Markt zu setzen. Doch mit einer kleinen Position wäre in Augen der Experten das Risiko überschaubar. (Analyse vom 10.11.2011) (10.11.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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