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Analysen - Marktberichte
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11.11.2011
Globale Aktienmärkte weiterhin schwache Entwicklung
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die Aktienmärkte entwickeln sich global weiter schwach und setzten ihren leicht fallenden Seitwärtstrend fort, so die Analysten der Erste Bank.
Europa habe die USA um 1% underperformt. (STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820): -2,8%; S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0): -1,7%). Auch in Asien seien die Kurse gefallen. Der oft als asiatische DAX bezeichnete koreanische KOSPI Index habe dabei mit über -6% herausgestochen.
Ein Blick auf die Sektoren zeige, dass besonders Finanzaktien auch diese Woche die größten Verlierer der Verschuldungskrise gewesen seien. Besonders in Europa, aber auch in den USA seien Bankensektoren 4 bis 6% gefallen.
Die Unsicherheit am europäischen Interbankenmarkt bleibe sehr hoch. Der 2-Jahres Euro-Swap Spread sei diese Woche auf 108 BP angestiegen.
Die Richtung der starken Intradaybewegungen an den Aktienmärkten werde weiterhin von der Veränderung der Anleihenrenditen von Italien und Spanien vorgegeben. Am Donnerstag und Freitag hätten sich die Renditen stabilisiert und seien im Fall von Italien leicht gefallen. Das liege zum einen an den wahrscheinlichen Interventionen der EZB, aber auch an der Erwartung des Marktes, dass der angesehene italienische Volkswirt Mario Monti, der jetzt der Notstandsregierung vorsitze, die globalen Märkte vom italienischen Reformwillen überzeugen könne.
Die Renditeanstiege würden sich weiter sofort auf den EUR/USD auswirken. Die Analysten würden beim EUR/USD mittelfristig eine Fortsetzung des Abwärtstrends erwarten. März 12e: 1,30 (Makro & Märkte;10.11.).
Auftrieb für die Aktienmärkte seien trotz der Verschuldungskrise wahrscheinliche und schon durchgeführte Zinssenkungen in den Schwellenländern und in der Eurozone. So würden insbesondere die Anzeichen einer möglichen Ausdehnung der Kreditmenge in China die Assetmärkte unterstützen. China würde damit Brasilien, Indonesien und der Eurozone mit Zinssenkungen folgen. Diese Woche habe Indonesiens Notenbank auf die globale Wachstumsschwäche abermals reagiert und den Leitzins um 50 BP auf jetzt 6,0% reduziert, nachdem im Oktober schon um 25 BP gesenkt worden sei. In der Eurozone habe die EZB die Zinsen im November um 25 BP reduziert. Unsere Volkswirte erwarten bis März 2012 einen weiteren Zinsschritt auf dann 1,0%, so die Analysten der Erste Bank.
Der Kupferpreis (-6%) leide weiter an den sich eintrübenden Wachstumsaussichten in China. Hingegen sei der WTI-Ölpreis um +3,6% gestiegen und Brent-Öl habe leicht um 0,5% zugelegt. Die Abkoppelung des Ölpreises zu anderen Assetklassen sei durch die angespannte Beziehung zwischen Israel und dem Iran begründet.
US-Aktien hätten seit einem Monat 4% zulegen können. Der europäische STOXX 600 notiere dagegen unverändert. Der in der Global Strategy für Q4 prognostizierte Anstieg von US-Aktien von 3- bis 10% in Q4 habe damit schon teilweise stattgefunden. Der Trend, dass sich US-Aktien besser entwickeln als europäische, sollte den Analysen der Erste Bank zufolge anhalten. (11.11.2011/ac/a/m)
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