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Analysen - Ausland
26.08.2002
Prudential neutral
Stadtsparkasse Köln

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Die Aktie der Prudential plc (WKN 852069) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln marktkonform entwickeln.

Die Prudential plc sei der zweitgrößte Lebensversicherer in Großbritannien und gehöre zu den weltweit größten Finanzdienstleistern. Die Hauptgeschäfts-Bereiche umfassen Lebensversicherungen und Pensionen, Lebens- und Sach-Rückversicherungen sowie Investmentmanagement. Die wichtigsten regionalen Märkte für Prudential seien Großbritannien, USA und Asien.

Das Ergebnis zum ersten Halbjahr 2002 sei von hohen Wertabschreibungen und schwachen Aktienmärkten geprägt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das operative Ergebnis um 15% auf 543 Mio. GBP zurückgegangen. Der Brutto-Umsatz von Versicherungs- und Fondspolicen habe indes um 36% auf 13,7 Mrd. GBP zugelegt, besonders dynamisch habe sich dabei das Neukundengeschäft in Asien mit einem Zuwachs von 27% entwickeln können. Das verwaltete Vermögen sei von 6,9 auf 8,6 Mrd. GBP gestiegen.

Unter Berücksichtigung von Sonderposten und Goodwill weise der Lebensversicherer einen Rückgang des Vorsteuergewinns von 364 auf 166 Mio. GBP aus, nach Steuern sei das Ergebnis um 21% auf 201 Mio. GBP gesunken. In besonderem Maße belastend haben sich dabei Abschreibungen auf die US-Tochter Jackson Life ausgewirkt, die Wertberichtigungen auf ihr 40 Mrd. USD umfassendes Fondsvermögen habe vornehmen müssen. Die Verbesserung der Free Asset Ratio auf 11% zeige jedoch, dass die Solvabilität des Versicherers nicht gefährdet sei.

Prudential habe sich für den Heimatmarkt Großbritannien ein Restrukturierungs-Programm verordnet. Es sei erklärtes Ziel, im Volumengeschäft zukünftig selektiver vorzugehen, um sich verstärkt auf margenstärkere Produkte, wie Pensionsprodukte und steuerfreie Anlagen zu konzentrieren. In den Wachstums-Segmenten rechne Prudential ab Ende 2003 mit einem jährlichen Zuwachs, der den Markt um etwa 50% übersteige. Gleichzeitig solle der Außendienstvertrieb für Retail-Kunden vollständig abgeschafft und die Kunden verstärkt über die Vertriebswege Telefon und Internet betreut werden. Im Rahmen der Restrukturierung in GB werden 2.100 der insgesamt 8.400 Stellen gestrichen. Die Restrukturierung werde bis Ende 2003 eine Belastung von 170 Mio. GBP nach sich ziehen, ab Ende 2004 rechne das Unternehmen mit einer Bruttoersparnis von jährlich 200 Mio. GBP.

Prudential habe ihr Sachversicherungsgeschäft mit Privatkunden an die zur CS Group gehörende Winterthur Versicherung verkauft. Die Transaktion dürfte für Prudential einen Wert von insgesamt 810 Mio. GBP generieren, neben der Barkomponente von 353 Mio. GBP erhalte Prudential weitere 457 Mio. GBP aus einem Gewinnteilungsvertrag sowie aus erwarteten zusätzlichen operativen Einnahmen. Durch den Verkauf erhalte Prudential Finanzierungsmittel, die für eine größere Akquisition in den USA eingesetzt werden könnten.

Die Direktbank "Egg", an der Prudential einen 79%igen Anteil halte, solle im Einflussbereich von Prudential bleiben, da ihr nach wie vor eine hohe strategische Bedeutung beigemessen werde.

Nach der gescheiterten Fusion mit der US-amerikanischen "American General Group" bleibe das Augenmerk weiter auf Partnersuche gerichtet. Die Kriegskasse sei nach einer Entschädigung für den geplatzten Deal mit American General sowie dem Verkauf der Sachversicherungssparte in Großbritannien wieder gut gefüllt. Auch im asiatisch-pazifischen Raum plane das Unternehmen weitere Expansion, doch solle hier organisches Wachstum im Vordergrund stehen. Prudential sei in elf Ländern Asiens präsent.

Prudential befinde sich in ihrem Kernmarkt Großbritannien in einem Restrukturierungsprozess, dessen Erfolg sich erst mittelfristig bemerkbar machen dürfte. Für eine gewisse Unsicherheit sorge zudem die Suche nach einem Akquisitionsobjekt in den USA.

Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln behält sein Votum "Marketperformer" für die Aktien von Prudential bei.



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