|
Analysen - DAX 100
|
08.11.2011
LEONI Abschreibungen auf Kupferbestand belasten Q3
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christian Ludwig, stuft die Aktie von LEONI (ISIN DE0005408884/ WKN 540888) unverändert mit "kaufen" ein.
LEONIs Q3-Zahlen hätten zwar umsatzseitig über den Erwartungen gelegen, beim EBIT habe die Gesellschaft jedoch enttäuscht. Grund dafür sei eine 4,8 Mio.-EUR-Abwertung der Kupferbestände auf den zum 30.09. gültigen Spotpreis von 5,37 EUR/kg.
Die Abwertung habe ausschließlich das Segment Wire&Cable Solutions betroffen, dessen EBIT trotz 22,1% Umsatzwachstum mit 19,3 Mio. EUR sowohl deutlich unter den Analystenerwartungen (BHLe: 26 Mio. EUR) als auch unter dem Vorjahr (19,9 Mio. EUR; -3% yoy) geblieben sei. Adjustiert um den Einmaleffekt habe W&C trotzdem nur eine EBIT-Marge von 5,0% in Q3 ausgewiesen, während zum Halbjahr noch 5,7% erzielt worden seien. Dies habe an dem Subsegment Electrical Appliance Solutions gelegen, wo die Nachfrage aus China rückläufig gewesen sei, was zu einer sinkenden EBIT-Marge geführt habe (BHLe: 2 bis 3% von vorher 10%).
Der Wiring Systems Bereich, der Kabelbäume für die Automobilindustrie fertige, habe dagegen ein sehr gutes Ergebnis gezeigt. Der Umsatz sei um 23% yoy, das EBIT um 85,8% auf 35,1 Mio. EUR (EBIT-Marge von 7,4%) gestiegen. Die Nachfrage aus der Automobilbranche sei ungebrochen, auch die Gewinnwarnung von PSA habe keinerlei Spuren bei LEONI hinterlassen. Für 2012 sollten mit der Daekyeung-Übernahme 130 bis 140 Mio. EUR Umsatz mit einer EBIT-Marge von 6 bis 7% dazukommen.
Die Gesellschaft halte, entgegen den ursprünglichen Analystenerwartungen, am Ausblick fest (Umsatz 3,6 Mrd. EUR; EBIT 230 Mio. EUR), was für Q4 einen Umsatz von 830 Mio. EUR (+/-0% yoy, -9,0% qoq), sowie ein EBIT von 47 Mio. EUR (+38% yoy, -14,0% qoq) impliziere. Da die Analysten optimistischer seien, auch wenn Anlaufkosten für A/B-Klasse, Opel Zafira, Citroen DS5, BMW 3er und Porsche 911 Q4 belasten würden. Unklar sei zudem, wie sich die Belastung aus dem Kupferpreis entwickeln werde. Ende Oktober habe LEONI schon über 2 Mio. EUR der Abwertung gutgemacht, abgerechnet werde allerdings erst am Stichtag zum Jahresende.
Die Analysten hätten ihre Schätzungen angepasst, um die Belastungen aus dem Kupferpreis (Umsatzrückgang in Q4 und Einmaleffekt im EBIT) sowie der Anlaufkosten zu reflektieren. Auch für 2012ff seien sie etwas vorsichtiger geworden. Ihr Kursziel reduziere sich entsprechend leicht von 45 EUR auf 44 EUR.
Die Kaufempfehlung der Analysten vom Bankhaus Lampe für die LEONI-Aktie wird jedoch bestätigt. (Analyse vom 08.11.2011) (08.11.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|