Logo
Analysen - Ausland
28.10.2011
Verbund Q3-Ergebnisse vorgelegt
Erste Bank

www.optionsscheinecheck.de

Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Christoph Schultes, stuft die Aktie von Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) weiterhin mit dem Rating "halten" ein.

Rund sieben Wochen sei es her, seit die Analysten vom Analystentag des Verbunds in London berichtet hätten. Gestern habe das Unternehmen seine Q1-Q3-Zahlen präsentiert, und auch dieses Mal habe es Überraschungen gegeben. Aufgrund von absolut unerwarteten Aufwertungen des Donaukraftwerks Freudenau sowie der Kraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau hätten positive Einmaleffekte in Höhe von EUR 313 Mio. erzielt werden können. Zahlreiche andere, allerdings negative Einmaleffekte hätten positive Auswirkungen auf das Konzernergebnis verhindert.

Neben einer Wertberichtigung des noch nicht einmal in Betrieb stehenden Gas-Kombikraftwerks Mellachs in Höhe von EUR 110 Mio. sei vor allem das Finanzergebnis von Einmaleffekten betroffen gewesen. Die Währungsverluste in der Türkei hätten sich mittlerweile auf EUR 54 Mio. angehäuft. Wertberichtigungen von Gaslieferverträgen in Frankreich hätten sich mit EUR -75 Mio. zu Buche geschlagen. Auch in Albanien habe abgeschrieben werden müssen, was das Ergebnis mit EUR -35 Mio. belaste. Daneben habe es noch andere belastende Faktoren gegeben, die den positiven Effekt der Zuschreibung zunichte gemacht hätten. Das Konzernergebnis habe letztendlich sogar um 6,2% auf EUR 313 Mio. nachgegeben und damit nur gering über den Analystenerwartungen gelegen, die den positiven Einmaleffekt natürlich nicht berücksichtigt hätten.

An der Guidance von EUR 380 Mio. Konzernergebnis für dieses Jahr sei festgehalten worden. Für die Analysten gebe es daher auch keinen Grund, wesentliche Anpassungen ihrer Schätzungen vorzunehmen. Die größte Gefahr für den Verbund sei eine mögliche negative Entwicklung der Strompreise, die das Unternehmen am meisten treffen würde. Angesicht der sich eintrübenden Wirtschaftsprognosen seien fallende Strompreise ein durchaus realistisches Szenario. Die Analysten würden für den Verbund hoffen, dass dies nicht auch noch eintrete. Die Schwierigkeiten der ausländischen Tochtergesellschaften sollten im nächsten Jahr weniger werden.

Die Verbund-Aktie bleibt für sie wenig attraktiv, daher bestätigen die Analysten der Erste Bank auch ihre "halten"-Empfehlung. Es gebe aktuell viele deutlich attraktivere Aktien am Wiener Markt. Investoren sollten in Betracht ziehen, die positive Performance der Verbund-Aktie nach den Q3-Ergebnissen zu nutzen und eventuell umzuschichten. Das Kursziel werde bei EUR 22,40 gesehen. (Analyse vom 28.10.2011) (28.10.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de