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Analysen - Ausland
24.10.2011
Philips Einsparungen als Triebfeder?
BÖRSE am Sonntag

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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" stufen die Aktie von Philips (ISIN NL0000009538/ WKN 940602) als spekulativen Kauf ein.

Philips habe zur Jahresmitte nach einem Milliardenverlust in Q2 Kostensenkungen angekündigt und die Einsparbemühungen dann im September ausgeweitet. Bis 2014 möchte das Unternehmen die jährlichen Ausgaben um 800 Mio. Euro drücken. Der nun angekündigte Stellenabbau sei eine logische Folge dieser Pläne. Erste Spareffekte sollten sich schon im aktuellen Jahr zeigen, konkret seien 20 Mio. Euro vorgesehen. 2012 solle die Ausgabenbasis dann schon um 400 Mio. Euro und ein Jahr später um 710 Mio. Euro verringert werden. Die Kosten für die Sparmaßnahmen habe man mit insgesamt 400 Mio. Euro bis 2014 beziffert, wobei der Großteil für 2012 (200 Mio. Euro) und 2013 (110 Mio. Euro) eingeplant sei. Die Pläne seien gut bei den Anlegern angekommen, seien hier doch schnelle Resultate denkbar.

Die TV-Sparte habe in Q3 einen Verlust von 54 Mio. Euro erzielt. Allerdings habe nicht nur dieser Verlust zum Einbruch des Konzernprofits in Q3 von 524 auf 76 Mio. Euro geführt. Zwar hätten die übrigen Sparten eine relativ stabile Umsatzentwicklung gezeigt und ausnahmslos schwarze Zahlen erzielt, die Gewinne seien aber zum Teil recht deutlich geschrumpft. Neben teureren Rohstoffen hätten gestiegene Forschungs- und Entwicklungskosten sowie teilweise auch höhere Investitionen und Vertriebsausgaben belastet.

Das konzernweite EBITA sei von 647 auf 368 Mio. Euro gesunken, was einem Rückgang von 43% entspreche. Die EBITA-Marge sei von 11,8 auf 6,8% gefallen. Ähnlich sehe es beim EBIT aus, das um 47% auf 273 Mio. Euro geschrumpft sei, was zu einem Margen-Rückgang von 9,5% auf 5,1% geführt habe. Der Konzernumsatz sei indes nur moderat um 1,2% auf 5,39 Mrd. Euro gesunken, wobei insbesondere negative Wechselkurseffekte belastet hätten. Philips habe jedoch auch die weiterhin schwache Konsumstimmung in den USA und den südeuropäischen Ländern gespürt. Als lebhafter habe man hingegen die Nachfrage in Asien bezeichnet.

Bei Philips laufe es momentan nicht richtig rund. Während einerseits die Nachfrage schwächele und der Wettbewerb sehr stark sei, was die Margen belaste, würden andererseits die Kosten aus dem Ruder laufen. Hier möchte man gegensteuern und habe im Rahmen der schon bekannten geplanten Einsparungen jetzt einen konkreten Stellenabbau angekündigt. Ein erster Schritt, der bei den Anlegern Zuversicht auf baldige Resultate der Sparbemühungen nähren könnte. Das Unternehmen müsse jedoch weiterhin liefern, z. B. durch Fortschritte bei der Abspaltung der verlustträchtigen TV-Sparte. Dann könnte bei den Anlegern die Zuversicht weiter zunehmen, dass es gelinge, aus Philips einen schlankeren und damit profitableren Konzern zu machen.

Für Anleger, die sich in Erwartung einer solchen Entwicklung frühzeitig positionieren wollen, könnten bereits aktuell oder bei eventuellen Rücksetzern Long-Positionen bei der Philips-Aktie erwägenswert sein, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". Wegen des sehr spekulativen Charakters müssten sie aber mit einem angemessenen und strikten Money und Risikomanagement umgesetzt werden. Das Stopp-Loss-Limit sollte bei 10,50 Euro platziert werden. (Ausgabe 42 vom 23.10.2011) (24.10.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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