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Analysen - DAX 100
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06.10.2011
Linde Bewertung rutscht wieder auf ein sehr attraktives Niveau
Oldenburgische Landesbank
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Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank, empfiehlt bei die Aktie von Linde (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) weiterhin Bestände aufzustocken.
Der Industriekonzern Linde sei sowohl in der Produktion industrieller Gase tätig als auch im Anlagenbau. Abnehmer im Gasebereich seien vor allem Unternehmen des Energiesektors, der Stahlproduktion, des Chemiesektors sowie der Nahrungsmittel- und Medizinbranche. Das Geschäft mit Industriegasen bilde gleichzeitig den wichtigsten Geschäftsbereich des Unternehmens, welcher für rund 73% des Gesamtumsatzes stehe. Der Anlagenbau mache etwa 23% des Umsatzes von Linde aus. Das sehr international aufgestellte Unternehmen erziele nur rund 11% seines Absatzes in Deutschland, wobei das restliche Europa mit 37% den größten Absatzmarkt darstelle, gefolgt von Asien/Australien mit 30% sowie Nordamerika mit 14%.
Der Weltmarkt für technische Gase sei aufgrund vergleichsweise hoher Markteintrittsbarrieren, u. a. durch eine notwendige weltweite Infrastruktur sowie aufgrund hoher Qualitätsansprüche der Kunden an die Reinheit der Gase sehr stark konsolidiert und verteile sich nach der Übernahme der britischen BOC durch Linde im wesentlichen auf Air Liquide (ISIN FR0000120073/ WKN 850133), Linde, Praxair (ISIN US74005P1049/ WKN 884364) und Air Products (ISIN US0091581068/ WKN 854912). Dies wirke sich entsprechend positiv auf die Preissetzungsspielräume und Verhandlungsposition der Anbieter gegenüber den stark fragmentierten Kunden aus.
Durch die Übernahme von BOC habe Linde einen ähnlichen Marktanteil wie Air Liquide erreicht. Die Übernahme sei durch den Verkauf der Gabelstapleraktivitäten teilfinanziert worden. Für Linde spreche der defensive Charakter innerhalb der Chemiebranche. Aussichtsreich erscheine das Unternehmen ebenfalls durch die Projektpipeline die für 2011 und 2012 insgesamt 33 Projekte bereithalte, die den Umsatz weiter steigern sollten.
Linde habe am 29. Juli Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die leicht über den Erwartungen gelegen hätten. Der Umsatz habe sich um 10% verbessert und lag mit 3,45 Mrd. Euro leicht über den Erwartungen. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) habe um 6% auf 798 Mio. Euro gesteigert werden können, was 2% über den Konsensschätzungen gelegen habe. Der wichtige Gasebereich habe ein Wachstum von 8,7% verzeichnen können. Hauptverantwortlich für das Wachstum sei die hohe Nachfrage in den Ländern Asiens und Lateinamerikas gewesen. Positive Beiträge für das über den Erwartungen liegende Ergebnis habe auch der Bereich Engineering beisteuern können. Hier habe die Marge auf 12% ausgebaut werden können. Für das laufende Jahr habe das Unternehmen den Ausblick bestätigt.
Die Berichterstattung bei Linde gebe ein erfreuliches Bild ab. Das Unternehmen gehöre sowohl beim technischen Know-how als auch bei der Rentabilität zur Weltspitze. Durch den jüngsten Kursrücksetzer sei die Bewertung wieder auf ein sehr attraktives Niveau gerutscht.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank empfehlen nach wie vor Bestände bei der Linde-Aktie aufzustocken. (Analyse vom 06.10.2011) (06.10.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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