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Analysen - Ausland
17.10.2011
Philips Maßnahmen gegen Gewinnschwäche laufen an
National-Bank AG

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Essen (aktiencheck.de AG) - Steffen Manske, Analyst der National-Bank AG, stuft die Aktie von Philips (ISIN NL0000009538/ WKN 940602) weiterhin mit "kaufen" ein.

Der Konzern habe im zweiten Quartal insbesondere aufgrund einer schwachen Gewinnentwicklung sowie Goodwillabschreibungen für frühere Akquisitionen einen enttäuschenden Geschäftsgang präsentiert. Erste Gegenmaßnahmen in Form eines Kosteneinsparprogramms von 800 Mio. EUR bis ins Jahr 2014 sowie ein Aktienrückkaufprogramm von 2 Mrd. EUR seien angekündigt worden. Der heutige Q3-Bericht des Philips-Konzerns habe in der Kürze der Zeit aber noch keine Verbesserungen vorweisen können.

So würden die Analysten den währungsbereinigten Umsatzanstieg von 6% auf 5,394 Mrd. EUR (Konsens: 5,34 Mrd. EUR), der von den Bereichen Healthcare und Lighting gestützt worden sei, als positiv erachten. Die EBITA-Werte, die in allen drei Sparten unter Vorjahresniveau gelegen hätten, würden sich zu einem Rückgang um 43% auf 368 Mio. EUR (Konsens: 334 Mio. EUR) summieren. Zurückzuführen sei dies u. a. auf höhere Rohstoffkosten, Produkteinführungskosten und eine schwächere Entwicklung in einzelnen Bereichen des Segments Lighting. Unter dem Strich habe Philips nach 524 Mio. EUR im Vorjahr nun 76 Mio. EUR (Konsens: 53,8 Mio. EUR) verdient.

Negativ beurteile man die hinter dem Zeitplan liegenden Verhandlungen mit TPV zur Schaffung eines Joint Ventures im TV-Geschäft sowie die im Verhältnis zum Umsatz von 16,8% auf 18,2% gestiegenen Vorräte. Positiv schätze man den mit einem zügigen Stellenabbau von 4.500 Mitarbeitern konkretisierten Kosteneinsparplan ein. Philips wolle insbesondere Verwaltungskosten und doppelte Kapazitäten in den Bereichen IT, Finanzierung und Personal reduzieren. Die mittelfristige Zielstellung eines jährlichen Umsatzwachstums von 4 bis 6% sowie die Erreichung einer EBITA-Marge von 10 bis 12% sei bisher aber immer bestätigt worden.

Aktuell sei die Gewinnentwicklung des Konzerns als schwach einzuschätzen. Die vielen Akquisitionen der letzten Jahre hätten sicherlich zu einem wesentlichen Teil zur weniger straffen Unternehmensstruktur beigetragen. Die Analysten würden Philips aber aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen, einer soliden Umsatztendenz und der vielfach marktführenden Stellung in der Lage sehen, Margen und Ergebnisse mittelfristig wider auf ein höheres Niveau zu bringen. Die nächsten Quartale dürften aber noch vom Restrukturierungsprozess geprägt sein.

Auf Basis historischer Bewertungsmaßstäbe erkenne man deutliches Kurspotenzial. Denn im Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre hätten die Dividendenrendite 2,2% (aktuell 4,9%), das Kurs-Buchwert-Verhältnis 1,8 (aktuell 1,0) und das Kurs-Umsatz-Verhältnis 1,05 (aktuell 0,7) betragen. Entsprechend hätten die Analysten den Wert im Rahmen ihrer Anlagestrategie "Gefallene Engel-Reloaded" kürzlich mit einem Kursziel von 17 EUR in ihre Anlageempfehlungen aufgenommen.

Die Analysten der National-Bank AG raten, die Philips-Aktie weiterhin zu kaufen. (Analyse vom 17.10.2011) (17.10.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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