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Analysen - Marktberichte
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13.10.2011
US-Aktienindices mit deutlichen Einbußen im dritten Quartal
Erste Group Research
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die US-Aktienindices mussten im abgelaufenen Quartal deutliche Einbußen hinnehmen, so die Analysten von Erste Group Research.
Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) habe 14,4% und der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) 13% verloren. Wichtige Gründe für diese negative Entwicklung seien die anhaltende Verschuldungsproblematik in den USA und in Europa sowie die Angst vor einer weiteren Wirtschaftsabschwächung. Die US-Großbanken Citigroup (ISIN US1729674242/ WKN A1H92V), Wells Fargo (ISIN US9497461015/ WKN 857949) und Bank of America (ISIN US0605051046/ WKN 858388) hätten eine Abstufung ihrer Ratings durch Moody's hinnehmen müssen, was das Sentiment zusätzlich belastet habe.
Investoren würden sich bereits seit mehreren Monaten defensiv positionieren. Die gestiegene Risikoaversion der Anleger erkenne man an der anhaltenden relativen Stärke der wenig konjunktursensiblen Sektoren. Aktien aus den Bereichen Gesundheitswesen, Nahrungsmittel, Getränke, Telekommunikation und Energieversorgung würden nun bereits eine länger andauernde Outperformance zeigen. Daran sollte sich im vierten Quartal nicht viel ändern.
In den vergangen Wochen habe sich die Einschätzung der Finanzanalysten hinsichtlich der zu erwarteten Unternehmensgewinne deutlich eingetrübt. Die negativen Revisionen würden derzeit bei weitem die positiven überwiegen. Nur im Bereich Healthcare gebe es einen kleinen Überhang an positiven Gewinnrevisionen.
Im Einklang mit den Gewinnrückstufungen seien zuletzt auch die Schätzungen der Eigenkapitalrentabilitäten nach unten angepasst worden. Derzeit würden sich also die Zeichen der Verschlechterung der Gewinne und Profitabilitäten bei den Unternehmen mehren. US-Aktien seien jedoch im Vergleich zu europäischen Aktien geringer von der Reduzierung der Gewinnschätzungen betroffen.
Der S&P 500 sei aufgrund der jüngsten Korrektur mit einem KGV von 12,4 und einer Dividendenrendite von 2,3% moderat bewertet. Insbesondere im Vergleich zu Staatsanleihen, die derzeit im Bereich der 10-jährigen Laufzeiten nur eine Rendite von 1,9% bringen würden, seien Aktien attraktiv.
Die Angst vor einer Gewinnabschwächung der Unternehmen belaste hingegen das Sentiment der risikobereiten Anleger. Der US-Aktienmarkt weise gegenüber den meisten anderen Märkten weiterhin eine deutliche relative Stärke auf, die auch durch die relativ besseren Gewinnprognosen fundamental begründet sei. Solange die Rezessionsängste vorherrschen würden, würden defensive Sektoren voraussichtlich weiterhin eine gute Performance zeigen. Zyklische Aktien, insbesondere jene aus dem US-Finanzbereich und Transportwerte dürften überdurchschnittlich volatil bleiben und nur ein geringes Erholungspotenzial aufweisen.
Die Analysten von Erste Group Research erwarten für das letzte Quartal, dass die Leitindices anfänglich eine Bodenbildung vollziehen und danach in moderate Aufwärtstrends übergehen würden. Die Volatilität am Aktienmarkt sollte sich ab Ende Oktober deutlich zurückbilden. (13.10.2011/ac/a/m)
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