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Analysen - Marktberichte
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13.10.2011
Polen Wirtschaftsperspektiven trüben sich weiter ein
Raiffeisen Capital Management
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Wien (aktiencheck.de AG) - Polen hat als einziges Land der Region während der Wirtschaftskrise 2008/2009 ein positives Wirtschaftswachstum beibehalten können, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".
Ein wesentlicher Treiber dafür sei das relativ starke fiskalische Gegensteuern der Regierung gewesen. Mit der aktuellen Schuldenlage des Landes sei der Spielraum für ein höheres Budgetdefizit künftig aber deutlich geringer. Daher sei eine erneute Abkopplung Polens von der Entwicklung der Region weniger wahrscheinlich. Diesbezüglich würden sich die Perspektiven weiter eintrüben. Die Industrieproduktion und auch die Einzelhandelsumsätze hätten zuletzt aber erneut nochmals positiv überraschen können. Die Wirtschaftsdynamik dürfte in den kommenden Monaten jedoch nachlassen; die Vorlaufindikatoren würden klar auf Abschwächung hindeuten. Die Inflation sei zuletzt im Jahresvergleich etwas stärker als erwartet angestiegen - sie stehe derzeit aber nicht im Fokus der Marktteilnehmer.
Mit der stark gestiegenen Risikoaversion der Investoren hätten die polnischen Anleihen und der Zloty deutlich nachgegeben. Die Zentralbank habe interveniert, um den Kursverfall der Währung zu bremsen. Sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen, sei mit weiteren Maßnahmen zur Stärkung der Währung zu rechnen, denn bei einem zu tiefen Wechselkurs zum Euro würden die Fremdwährungsschulden auf ein für die Regierung sehr unangenehmes Niveau steigen. Laut Verfassung sei bei einer Verschuldung, die über 55% des BIP hinausgehe (aktuell liege sie nur noch knapp drunter), eine Budgetkonsolidierung vorgeschrieben; diese wünsche sich die Regierung im aktuellen Umfeld aber natürlich nicht.
Der polnische Aktienindex WIG 20 (ISIN PL9999999987/ WKN 969729) sei im September um rund 11% gefallen. Schwach seien viele Minenwerte und Bauunternehmen gewesen, während sich die meisten Versorger und Telekommunikationswerte besser als der Marktdurchschnitt behauptet hätten. Die im Vormonat noch relativ starken Bankaktien hätten sich im September in etwa ähnlich wie der Gesamtmarkt entwickelt. (Ausgabe Oktober 2011) (13.10.2011/ac/a/m)
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