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Analysen - DAX 100
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21.08.2002
HeidelbergCement Underperformer
Stadtsparkasse Köln
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Bei Kursstärke Aktien der HeidelbergCement AG (WKN 604700) verkaufen, so lautet die Empfehlung von Analysten der Stadtsparkasse Köln.
HeidelbergCement sei mit einem Konzernumsatz von 6,7 Mrd. Euro und rund 35.000 Mitarbeitern in 50 Ländern einer der weltweit führenden Baustoffhersteller in den Bereichen Zement, Beton und Baustoffe. Das Produktangebot von HeidelbergCement umfasse Zement, Transportbeton, Betonprodukte, Zuschlagstoffe sowie Trockenmörtel, Kalk, Kalksandsteine und bauchemische Produkte. Mit einem Zementabsatz von rund 45 Mio. Tonnen gehöre HeidelbergCement zu den größten Zementherstellern weltweit. Die internationale Marktpräsenz umfasse die Regionen Zentraleuropa West, Westeuropa, Nordeuropa, Zentraleuropa Ost, Nordamerika sowie Afrika - Asien - Türkei.
Das Unternehmen habe bestätigt, dass das Bundeskartellamt Ermittlungen bei dem Zementhersteller durchgeführt habe. Hintergrund der Durchsuchungen sei der Verdacht auf Preis- und Quotenabsprachen, an dem rund 30 Zementhersteller beteiligt sein sollen. HeidelbergCement wolle zur Aufklärung möglicher Verstöße offen mit den Behörden zusammenarbeiten.
Für das Gesamtjahr habe der Konzern einen Jahresüberschuss zumindest in Vorjahreshöhe in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis werde allerdings bis zu 13% unter dem des Jahres 2001 liegen. Den Prognosen zufolge solle der Umsatz in etwa den Vorjahreswert erreichen.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei das operative Ergebnis bei HeidelbergCement um 17,4% auf 172 Mio. Euro gesunken. Begründet worden sei dies mit der anhaltend unbefriedigenden Baukonjunktur in Deutschland. Der Konzernumsatz sei um 0,7% auf 3,21 Mrd. Euro zurückgegangen. Während der operative Cashflow um 4% auf 493 Mio. Euro nachgegeben habe, sei das EBIT um 2,2% auf 272 Mio. Euro geschrumpft. Der Gewinn nach Steuern habe sich um 0,4% auf 154 Mio. Euro verringert. Das Nettoergebnis habe man bedingt durch Steuerrückzahlungen um 68,9% auf 135 Mio. Euro steigern können. Die liquiden Mittel haben zum 30. Juni 449 Mio. Euro betragen.
Bis zum Ende des Jahres wolle HeidelbergCement seine 27%ige Beteiligung am Versorgungsunternehmen Zeag Zementwerk Lauffen an den neuen Mehrheits-Aktionär EnBW verkaufen. Dabei sollen rund 80 Mio. Euro erlöst werden.
Unternehmensangaben zufolge habe der Konzern kein Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Readymix. Die Tochter der britischen RMC Group stehe derzeit zum Verkauf. HeidelbergCement wolle stattdessen in Osteuropa und Asien investieren.
Der Konzern habe die Rechtsschritte zur Umfirmierung des Unternehmens abgeschlossen. Aus Heidelberger Zement sei HeidelbergCement geworden.
Im laufenden Jahr wolle der Konzern die Schulden um 500 Mio. Euro auf 4,3 Mrd. Euro reduzieren. Die Investitionen sollen von 1,2 Mrd. Euro auf etwa 650 Mio. Euro zurückgefahren werden.
Die Halbjahreszahlen von HeidelbergCement haben deutlich unter den Markterwartungen gelegen. Operativ werde der Konzern das Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen können. Weitere Unsicherheiten entstehen aus den Untersuchungen des Bundeskartellamtes, die etwaige Strafzahlungen nach sich ziehen könnten. Aufgrund der Hochwasserkatastrophe in Deutschland sei es jüngst zu einem deutlichen Kursaufschwung gekommen, den das Researchteam aber für übertrieben und aufgrund der anhaltend schwierigen Branchensituation für nicht nachhaltig halte.
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten bezüglich den Aktien von HeidelbergCement ihr Votum "Underperformer" bei.
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