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Analysen - DAX 100
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10.10.2011
GAGFAH Aktienrückkauf beendet, weitere Rückkäufe wahrscheinlich
Warburg Research
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Torsten Klingner, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von GAGFAH (ISIN LU0269583422/ WKN A0LBDT) unverändert mit "kaufen" ein.
GAGFAH habe das Ergebnis seines Aktienrückkaufangebotes veröffentlicht. Das Unternehmen habe ca. 15,2 Mio. Aktien zu einem Preis von jeweils EUR 4,95 zurückgekauft (Spanne EUR 3,50 bis 5,00). Ein Volumen von EUR 89,5 Mio. sei angedient worden (maximales Aktienrückkaufvolumen EUR 75 Mio.). Der Rückkauf am oberen Ende der Spanne sei ein positives Signal, da nur wenige Aktionäre bereit gewesen seien, die Aktien für einen niedrigeren Preis anzudienen.
GAGFAH finanziere den Rückkauf über seinen operativen Cashflow (EUR 50 Mio.) sowie über eine vorhandene Kreditlinie (EUR 25 Mio.). Durch den Rückkauf verringere sich GAGFAHs Aktienzahl um ca. 7% (Einzug der Aktien avisiert). Einschließlich des früheren Rückkaufprogramms über den Aktienmarkt dürfte GAGFAHs Aktienzahl in Q4 bei 203 Mio. liegen (Q2: 222 Mio.). Der Freefloat habe sich von 46% auf 41% verringert.
Der Rückkauf sollte einen positiven Effekt auf GAGFAHs NAV von EUR 0,53 je Aktie haben, was zu einem NAV von EUR 12,65 je Aktie führe. Der jüngste Portfolioverkauf mit 4.800 Einheiten in Berlin mit einem Wert von 330 Mio. (Mittelzufluss EUR 65 Mio.) biete Spielraum für weitere Rückkäufe. Damit könne die deutliche Lücke zwischen dem NAV und Aktienkurs verringert werden. Die laufenden Immobilienverkäufe (Einzel- und Blockverkäufe) würden GAGFAHs Verschuldungsgrad sukzessive verringern.
2012 müsse GAGFAH einen Kredit mit einem Volumen von EUR 270 Mio. refinanzieren (im April fällig). Da es sich bei diesem Kredit um ein einfaches Bankdarlehen handle und nicht um einen verbrieften Kredit mit verschiedenen Gläubigern, würden die Analysten kurzfristig die Refinanzierung erwarten. Hinsichtlich der 2013 fälligen verbrieften Kredite (insgesamt EUR 3,4 Mrd.) sei ein Mix aus Refinanzierung (in Bankdarlehen) und Prolongation (wahrscheinlich zu höheren Zinssätzen) das wahrscheinlichste Szenario.
Dabei sollte der durchschnittliche Zinssatz nicht über 5% liegen. Unter dieser Annahme würden die Zinskosten nur leicht steigen. Die jüngsten selbstbewussten Aussagen der Deutschen Annington, die sich in einer ähnlichen Refinanzierungssituation wie GAGFAH befinde, könnten in den kommenden Monaten bei Abschluss der Refinanzierung zu einem positiven Newsflow führen.
Vor dem Hintergrund der reduzierten Aktienzahl durch beide Aktienrückkäufe seien die FFOPS-Schätzungen um 8% erhöht worden. Darüber hinaus würden die Analysten im Zusammenhang mit dem Verkauf des Berlin-Portfolios einen Gewinn von mindestens EUR 10 Mio. erwarten. Als Folge daraus erhöhe sich die FFOPS-Schätzung 2011 von EUR 0,66 auf EUR 0,76 (+15%).
Da die Stadt Dresden in der Zwischenzeit auf GAGFAHs Klageerwiderung und Widerklagen reagiert habe und keine Unternehmensmeldung erfolgt sei, würden offenbar keine neuen Erkenntnisse vorliegen.
Angesichts eines P/B von nur 0,4 in Kombination mit den erwarteten weiteren Rückkäufen bestätigen die Analysten von Warburg Research ihre Kaufempfehlung für die GAGFAH-Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 7,00 (Kurspotenzial 43%). (Analyse vom 10.10.2011) (10.10.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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