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Analysen - DAX 100
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07.10.2011
Axel Springer dürfte an Teilen der WAZ-Gruppe interessiert sein
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Axel Springer (ISIN DE0005501357/ WKN 550135) unverändert mit "kaufen" ein.
Axel Springer dürfte an Teilen der WAZ-Gruppe wie den TV-Zeitschriften, der Krone-Zeitung in Österreich sowie an immowelt interessiert sein. Eine Zusammenlegung des TV-Zeitschriften-Geschäfts beider Verlage würde erhebliches Synergiepotenzial mit sich bringen. Die Krone-Zeitung (Auflage: 1 Mio.) sei das führende Boulevard-Blatt in Österreich und würde das Zeitungsportfolio von Axel Springer hervorragend ergänzen.
Mit der Übernahme von immowelt und der Zusammenführung von immonet (Axel Springer) und immowelt (WAZ) würde eine Konsolidierung auf dem deutschen Online-Immobilienmarkt stattfinden. Beide Marktplätze zusammen würden den Abstand zum Marktführer immoscout24 (Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750)) verringern. Eine Komplettübernahme der WAZ-Gruppe sei nahezu ausgeschlossen.
Bis zum heutigen Zeitpunkt könne Axel Springer weder im deutschen Print-Geschäft noch bei den digitalen Geschäftsmodellen eine konjunkturelle Abkühlung feststellen.
Das Online Performance Marketing-Geschäft (Zanox-Gruppe, ca. 40% der digitalen Erlöse) könnte von einem wirtschaftlichen Abschwung profitieren, da Unternehmen Maßnahmen zur Absatzförderung verstärken dürften. Darüber hinaus könnte das Werbegeschäft im deutschen Zeitungsgeschäft anziehen, da in Zeitungen vorwiegend Werbung für den Abverkauf von Produkten geschaltet werde. Zudem sollten die Geschäfte von z.B. idealo.de (Preissuchmaschine in Deutschland), SeLoger (Immobilienportal in Frankreich) von einer konjunkturellen Abkühlung kaum betroffen sein.
Auch dürften die Vertriebserlöse im deutschen Print-Geschäft (30% der Konzernerlöse; ohne Vertriebserlöse des Segments Print International) bei einem Abschwung weitgehend stabil bleiben. Zusätzlich bleibe festzuhalten, dass in H1/2011 gerade einmal 21% der Konzernerlöse mit Werbung im klassischen deutschen Print-Geschäft erzielt worden seien. Dagegen erwirtschafte das digitale bzw. Online-Werbegeschäft bereits 23% der Konzernumsätze. Schließlich sollte in FY 2012e mit einem stabilen Niveau beim Papiereinkauf (Warburg Research-Erwartungen 2011: EUR 220 Mio., +10% vs. 2010) gerechnet werden.
Die Aktie handle derzeit mit einem EV/adj. EBTIDA 2012e von 5,5. Dabei würden die Analysten in 2012e einen Rückgang des adj. EBITDA von EUR 596 Mio. (Warburg Research-Erwartungen 2011e) auf EUR 567 Mio. (Warburg Research-Erwartungen 2012e) unterstellen. Zudem handle das Papier derzeit mit einer Dividendenrendite von ca. 6,5%.
Aufgrund der vielfältigen stabilisierenden Faktoren (Vertriebserlöse, digitale Geschäftsmodelle, Online Performance-Marketing) und der attraktiven Bewertung lautet das Rating für die Axel Springer-Aktie weiter "kaufen" mit einem DCF-basierten Kursziel von EUR 36,50 (unverändert), so die Analysten von Warburg Research. (Analyse vom 07.10.2011) (07.10.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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