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Analysen - DAX 100
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05.10.2011
Axel Springer warum verbindliches Angebot für WAZ-Gruppe unrealistisch sein dürfte
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Axel Springer (ISIN DE0005501357/ WKN 550135) unverändert mit "kaufen" ein.
Laut einem Bericht im "Manager Magazin" habe Axel Springer einen Brief an den Eigentümer der WAZ-Gruppe - einer der größten Verlage (Umsatz: EUR 1,1 Mrd.) in Europa - geschrieben. In diesem Brief bekunde Axel Springer ihr Interesse am Erwerb bestimmter Vermögenswerte bzw. der gesamten Gesellschaft für ca. EUR 1,4 Mrd. Laut "Manager Magazin" habe ein Sprecher von Axel Springer den Brief bestätigt.
Hintergrund: Die WAZ-Gruppe sei auf regionale Zeitungen in Nordrhein-Westfalen fokussiert. Die Besitzverhältnisse seien recht kompliziert. Ein Anteil von 50% werde von der Familie Funke gehalten und 50% von der Familie Brost. Im August habe ein Mitglied der Familie Funke der Famlie Brost ein Angebot für den Erwerb ihres Anteils zu einem Preis von EUR 470 Mio. unterbreitet. Im Gegensatz dazu bewerte Axel Springer den Anteil mit EUR 700 Mio. - ein Aufschlag von fast 50% zum aktuellen Angebot. Damit sei die Transaktion komplizierter, da ein Testamentsvollstrecker das Angebot belegen und prüfen müsse.
Schlussfolgerung: Die WAZ-Gruppe verfüge über bestimmte Vermögenswerte, die zu Axel Springer passen würden. Die Analysten von Warburg Research würden allerdings nicht glauben, dass Axel Springer wirklich einen Kauf der WAZ-Gruppe zu einem derart hohen Preis durchführen dürfte:
Während der Telefonkonferenz zu Q2/11 habe Herr Döpfner erwähnt, dass für 2011 keine weitere große Akquisition zu erwarten sei. Zudem habe Axel Springer das regionale Zeitungsportfolio verkauft. Eine Akquisition der WAZ-Gruppe würde eine komplette Änderung der Strategie im nationalen Printgeschäft bedeuten.
Ferner wolle Axel Springer den Umsatz mit digitalen Geschäftsmodellen auf 50% vom Konzernumsatz steigern. Der Internetanteil der WAZ-Gruppe liege deutlich unter dem von Springer. Mit einer Akquisition der gesamten WAZ-Gruppe würden sich die strukturellen Risiken der Print-Vermögenswerte daher signifikant erhöhen.
Darüber hinaus seien Axel Springer und die WAZ-Gruppe zwei dominante Player auf dem deutschen Printmarkt. Die Kartellbehörde würde eine solche Transaktion wahrscheinlich blockieren. Und letztendlich mache die Eigentümerstruktur der WAZ-Gruppe ein erfolgreiches Angebot unwahrscheinlich.
Daher wolle Axel Springer mit diesem Brief vermutlich Zugang zu den Büchern der WAZ-Gruppe bzw. eine Änderung der Eigentumsverhältnisse der WAZ-Gruppe hinauszögern (WRe). Ein mögliches Angebot für die WAZ-Gruppe würde aufgrund der strukturellen Risken im Printbereich negativ gewertet werden.
Die Analysten von Warburg Research bewerten die Aktie von Axel Springer nach wie vor mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel von EUR 36,50 werde bestätigt. (Analyse vom 05.10.2011) (05.10.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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