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Analysen - Nebenwerte
30.09.2011
JENOPTIK Verbesserung der Positionierung?
Warburg Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Malte Schaumann, Analyst von Warburg Research, bewertet die Aktie von JENOPTIK (ISIN DE0006229107/ WKN 622910) nach wie vor mit dem Rating "kaufen".

Das Handelsblatt habe gestern berichtet, dass JENOPTIK's Aktionär Hermes das Management aufgefordert habe, sich auf die Kernaktivitäten der Bereiche Optische Systeme und Lösungen zu konzentrieren. Ein stärkerer Fokus auf Kernaktivitäten und Veräußerungen nicht-optischer Aktivitäten wäre zu begrüßen, da das Unternehmen mit fünf verschiedenen Tätigkeitsbereichen, unterteilt in drei Segmente, weiterhin sehr diversifiziert sei: Das Segment Laser & Optische Systeme (40% der Konzernumsätze) umfasse einen Großteil des Kerngeschäfts: Laser (z.B. Materialbearbeitung, Medizinlaser) und Optische Systeme.

Das Segment Metrologie (ca. 25% der Konzernumsätze) beinhalte zwei verschiedene Bereiche, Verkehrstechnik (globaler Marktführer für Systeme für Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung) und industrielle Messtechnik. Die Kunden der industriellen Messtechnik würden vorwiegend aus der Motorenentwicklung in der Automobileindustrie stammen. Die verbleibenden 35% der Konzernumsätze würden auf das Segment Verteidigung und Zivile Systeme entfallen, das Aktivitäten unter anderem aus den Bereichen Energiesysteme, Optische Systeme & Sensoren und Stabilisierungssysteme umfasse.

Es werde erwartet, dass JENOPTIK insbesondere die Segmente Laser, Optische Systeme und Verkehrstechnik als Kernbereiche betrachte. Dies werde durch ein kürzlich geführtes Interview mit CEO Michael Mertin untermauert, der bestätigt habe, dass JENOPTIK insbesondere in diesen Bereichen nach geeigneten Akquisitionszielen Ausschau halte. Folglich wäre ein mittelfristiger Verkauf von ein oder sogar zwei der anderen Einheiten keine Überraschung. Jedoch bestehe für das Unternehmen kein unmittelbarer Druck, um kurzfristig solch einen signifikanten Schritt zu unternehmen.

Davon abgesehen sei im Unternehmen weiteres Potenzial vorhanden, um die Ergebnisqualität in diesen Bereichen zu verbessern. In Verbindung mit vorhandenen strategischen Käufern für beide Bereiche (Großteil der Verteidigung und Zivile Systeme, Industrielle Messtechnik) sollte erwartet werden, dass JENOPTIK attraktive Transaktionspreise erzielen könne. Der Verkauf des Weltraumgeschäfts im letzten Jahr könne als erster Schritt angesehen werden.

Eine veränderte Positionierung von JENOPTIK wäre zu begrüßen: Die aktuelle Aufstellung, mit derzeit fünf verschiedenen Geschäftsbereichen und dem Mix aus zyklischen Zielmärkten wie Halbleitern und beinahe nicht-zyklischen Märkten wie Verteidigung, mache die Equity Story in Anbetracht der Unternehmensgröße von EUR 500 Mio. Umsatz für einige Investoren schwierig und unattraktiv.

Daher würde ein klarer Fokus auf optische Kernbereiche das Konzernprofil verbessern, was wiederum an den Kapitalmärkten positiven Anklang finden sollte. Außerdem würden beide Geschäftsbereiche die aktuellen Ergebnismargen verwässern. Folglich würde ein solcher Schritt die zukünftige Ergebnisqualität von JENOPTIK steigern. Die hohen Verlustvorträge seien kein Deal Breaker, da diese direkt bei der JENOPTIK AG liegen würden.

Im Presseartikel sei ebenfalls die Forderung nach Dividenden erwähnt worden. Aufgrund der Annahme, dass JENOPTIK eine Akquisition bis Anfang 2012 verkünden werde, würden Dividendenausschüttungen in nächster Zeit nicht erwartet. JENOPTIK's Equity Story habe sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, biete jedoch noch weiteres Steigerungspotenzial.

Die Kaufempfehlung für die JENOPTIK-Aktie wird von den Analysten von Warburg Research bekräftigt und das Kursziel beträgt weiterhin EUR 6,60. (Analyse vom 29.09.201) (30.09.2011/ac/a/nw)

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