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News - DAX 100
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27.08.2002
WCM Profi macht Anfängerfehler
BoersenMan.de
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www.optionsscheinecheck.de
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"Manchmal verspekulieren sich nicht nur Kleinanleger, sondern auch die Großen der Branche, und zwar so kräftig, dass es richtig ans Eingemachte geht". Beispiel: Karl Ehlerding von WCM (WKN 780100), bis in den April mit rund 1,9 Milliarden Euro Vermögen der wohl reichste Hamburger, jetzt mit 500 Millionen Schulden einer der ärmsten, berichten die Experten von "BoersenMan.de".
Das Geschäft des Karl Ehlerding seien Beteiligungen: unterbewertete Unternehmen kaufen, aufpolieren und mit kräftigem Gewinn wieder abstoßen. Jahrelang habe Ehlerding das Geschäft mit seiner Beteiligungsgesellschaft WCM durchgezogen, die Deals hätten wunderbar geklappt, zum Beispiel bei Klöckner oder SPAR. Nur dieses Jahr habe Ehlerding so gewaltig daneben gelegen, wie ein Kleinanleger bei EM-TV. Seine Investmentidee: die Commerzbank sei bei einem Kurs von 30 Euro unterbewertet, und werde in naher Zukunft sowieso von einer anderen Bank geschluckt werden - zu einem weit höheren Kurs. Doch Ehlerding habe die Abwärtsdynamik der Börse unterschätzt: Statt zu steigen sei der Kurs um über 60 Prozent gefallen.
Und jetzt sei Ehlerding in der Bredouille, weil er genau das gemacht habe, was Kleinanleger nie tun sollten: Aktien auf Kredit kaufen. 500 Millionen schulde er den Banken und als Sicherheit habe er ihnen Aktien seiner Beteiligungsgesellschaft WCM gegeben. Und die komme jetzt auch unter Druck: In der Halbjahresbilanz von heute melde das Unternehmen 18 Millionen Verlust, obwohl für 2002 eigentlich 150 Millionen Gewinn erwartet worden seien. Der Kurs sei längst von zwölf auf drei Euro gefallen.
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