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Analysen - Ausland
23.09.2011
OMV präsentiert Ergebnis ihrer Strategieüberarbeitung
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Thomas Unger, Analyst der Erste Bank, stuft die Aktie von OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) unverändert mit "kaufen" ein.

Im Rahmen des diesjährigen Capital Markets Day, habe die OMV das Ergebnis ihrer Strategieüberarbeitung präsentiert, welche durch Dr. Gerhard Roiss nach seiner Ernennung zum Generaldirektor vor sechs Monaten eingeleitet und durchgeführt worden sei. Das Unternehmen beabsichtige, sein Portfolio stärker zu fokussieren und zu vereinfachen. Dabei würden die Schwerpunkte auf Wachstum im Upstream-Bereich, Integration im Gasgeschäft und Restrukturierung des Raffinerie- und Marketinggeschäfts gelegt.

Die Profitabilität solle durch ein Performance-Steigerungsprogramm erreicht werden. Durch Kosteneinsparungen in der Höhe von etwa EUR 700 Mio. solle der ROACE (Return auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital) um zwei Prozentpunkte erhöht werden. Die Hälfte solle durch das derzeit laufende Kostensenkungsprogramm erreicht werden, während die restlichen Maßnahmen erst 2012 bekannt gegeben würden.

Der Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) sei der Hauptwachstumstreiber, zwei Drittel der zukünftigen Investitionsmittel sollten in diesen Bereich fließen. Ausgehend von einer Produktion von 318.000 boe pro Tag, die 2010 erzielt worden seien, solle die organische Wachstumsrate bis 2016 2% betragen. Dies beinhalte jedoch die Akquisitionen, die 2011 abgeschlossen worden seien (Tunesien und Pakistan). Inklusive weiterer Zukäufe könnte die Wachstumsrate auf 4% p.a. gesteigert werden.

Das Raffinerie- und Marketinggeschäft solle aufgrund der rückläufigen Erdölproduktennachfrage in Europa entsprechend angepasst werden. Bis 2014 sollten sich Veräußerungserträge auf EUR 1 Mrd. belaufen und die Raffineriekapazität um ein Drittel reduziert werden. Um welche Raffinerien, Tankstellennetze oder Beteiligungen es sich dabei handeln könnte, habe das Management noch offen gelassen. Die derzeit profitable Borealis Beteiligung solle bis 2014 nicht zum Verkauf stehen.

Der Bereich Gas & Power (G&P) werde im nächsten Jahrzehnt klar an Bedeutung gewinnen, da die Nachfrage nach Erdgas in Europa stark ansteigen werde, so die Meinung des Managements. Eine bessere Integration von E&P und G&P werde angestrebt und Gaskraftwerke würden als attraktives Outlet für Gas aus Eigenproduktion betrachtet. Nabucco bleibe ein Schlüsselprojekt für das Unternehmen, die Bedeutung dieser Pipeline sei immer wieder betont worden.

Insgesamt seien die Analysten von den neuen Zielen weder wirklich beeindruckt noch enttäuscht gewesen. Sie würden aber glauben, dass die neue Strategie ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sei. Von größter Bedeutung sei, dass die Ziele tatsächlich erreicht würden, denn nur so könne das Vertrauen der Investoren zurückgewonnen werden und die Aktie wieder eine attraktive Investmentstory für den Anleger darstellen. Dieser Prozess werde jedoch einige Zeit dauern (die meisten neuen, operativen Ziele hätten einen Zeithorizont von fünf Jahren).

Daher bleibt das Hauptargument für die Kaufempfehlung der Analysten der Erste Bank für die OMV-Aktie derzeit noch der günstige Preis im Verhältnis zu den erwarteten Gewinnen. Das Kursziel werde bei EUR 34,00 gesehen. (Analyse vom 23.09.2011) (23.09.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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