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Analysen - Marktberichte
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16.09.2011
Wiener Börse ATX als klarer Underperformer
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die geplante ungarische Fremdwährungskreditregelung drückt österreichische Bankenwerte, so die Analysten der Erste Bank.
Der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) sei in der letzten Woche mit -6,0% im europäischen Vergleich ein deutlicher Underperformer gewesen. Der Grund liege einerseits in der schwachen Performance der österreichischen Bankenwerte (Erste (ISIN AT0000652011/ WKN 909943): -13,3%, Raiffeisen Bank Int. (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU): -13,8%), wo die geplante Rückzahlungsregelung für ungarische Fremdwährungskreditnehmer bei den betroffenen Instituten zu hohen Einmalaufwendungen führen könnte. Ob das Gesetz im ungarischen Parlament auch so beschlossen werde, sei noch offen. Die Kursverluste seien jedoch schon jetzt Realität.
Andererseits sei der Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) nach der Gewinnwarnung letzte Woche mit -13,4% ebenso schwach gewesen wie die Bankenwerte. Die Analysten hätten in dieser Woche das Kursziel für den Verbund deutlich gesenkt und würden die Aktie derzeit als eher wenig interessant sehen, vor allem auch weil die Guidance für 2011 durchaus noch immer ambitioniert erscheine.
Auf der Gewinnerseite seien Andritz (ISIN AT0000730007/ WKN 632305) (+4,5%), Zumtobel (ISIN AT0000837307/ WKN A0JLPR) (+0,9%) und RHI (ISIN AT0000676903/ WKN 874182) (+0,1%) zu finden gewesen. Bei allen habe es keine großartigen Neuigkeiten gegeben. RHI habe plangemäß mit dem Spatenstich des brasilianischen Werks gestartet, was für die Analysten die strategische Fantasie mit Magnesita etwas abschwäche.
An Unternehmensnews habe es diese Woche nur Wolford's (ISIN AT0000834007/ WKN 893975)-Quartalszahlen gegeben, die ziemlich genau im Rahmen der Analysten-Erwartungen berichtet worden seien. Hier würden die Analysten bei ihrer positiven Einstufung bleiben, ev. aber das Kursziel etwas reduzieren. Nächste Woche sei wohl der OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341)-Capital Markets Day in Istanbul das Highlight, wo der neue CEO Roiss die weitere Strategie des OMV-Konzerns präsentieren werde. Die Analysten würden mit einer starken Geschäftsausrichtung auf das Explorationsgeschäft einerseits und Gas & Power andererseits rechnen.
Prinzipiell würden die Analysten erwarten, dass sich die positive Entwicklung der letzten Tage kurzfristig noch fortsetzen könnte. Das FED-Meeting Dienstag/Mittwoch nächste Woche sollte die Hoffnungen der Börsianer am Leben erhalten. Allerdings werde man wohl auch dort keine Wunder erwarten können und danach könnte sich wieder etwas Ernüchterung am Markt breit machen. An den langfristig positiven Aussichten von Aktien, die man am oder unter dem Buchwert erwerben könne, bzw. von Werten mit stabilen Dividendenrenditen von mindestens 4% und mehr ändere das nichts. In diese Kategorie würden derzeit die Österr. Post (ISIN AT0000APOST4/ WKN A0JML5), Semperit (ISIN AT0000785555/ WKN 870378), IMMOFINANZ (ISIN AT0000809058/ WKN 911064), voestalpine (ISIN AT0000937503/ WKN 897200), OMV, Vienna Insurance Group (ISIN AT0000908504/ WKN A0ET17), etc. fallen. (16.09.2011/ac/a/m)
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