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Analysen - Marktberichte
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16.09.2011
STOXX 600 um 0,8% gefallen
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) ist diese Woche um 0,8% gefallen, so die Analysten der Erste Bank.
Besonders der Banken-, Rohstoffe- und Immobiliensektor hätten mit minus 2 bis 5% starke Preisverluste verzeichnen müssen. Eine positive Entwicklung habe hingegen der Automobilsektor gezeigt.
Die angespannte Lage am europäischen Interbankenmarkt habe sich in dieser Woche auf hohem Niveau stabilisiert. So sei der ITraxx Sub-Financials Europa Index leicht auf 473 BP gefallen. Auch die Spreads am Interbankenmarkt wie der 2-Jahres Euro Swap Spread seien leicht zurückgegangen. Das sei allerdings nicht darauf zurückzuführen, dass sich die Banken wieder gegenseitig mehr vertrauen würden, sondern, dass die EZB und die FED den Ernst der Lage erkannt hätten und die Liquidität von USD in Europa ab 12. Oktober erhöhen würden. Das Signal der Notenbanken, bereit zu stehen, unterstütze die Aktienmärkte.
In Deutschland sei die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert hoch bei 2,4% geblieben. Erwartet worden sei ein Wert von 2,3%. Für die Eurozone liege der Wert im August bei 1,2%, was den Erwartungen entsprochen habe. Verglichen zum Juli sei die Inflation um 0,2% gestiegen. Einen Monat zuvor sei noch ein negativer Wert von -0,6% ausgewiesen worden. Die Industrieproduktion in der Eurozone sei im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 4,2% gestiegen. Die Erwartungen seien von einem Wachstum von 4,6% ausgegangen.
Um Sorgen über Finanzierungsprobleme zu zerstreuen, plane die BNP Paribas (ISIN FR0000131104/ WKN 887771), risikogewichtete Aktiva im Wert von EUR 70 Mrd. zu verkaufen. Auf diese Weise werde die Bilanz um knapp 10% gekürzt. Die Kreditwürdigkeit der Bank sei im Gegensatz zu ihren Konkurrenten Crédit Agricole (ISIN FR0000045072/ WKN 982285) und Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403) noch nicht von der Ratingagentur Moody's herabgestuft worden. Begründet worden sei der Schritt, der nicht überraschend gekommen sei, mit den Engagements der Banken in Griechenland. Crédit Agricole sei nun mit Aa2 und die Société Générale mit Aa3 bewertet.
Die Partnerschaft von Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403; VZ) und Suzuki (ISIN JP3397200001/ WKN 857310) scheine beendet zu sein. Suzuki habe die Partnerschaft gekündigt, weil es um seine Eigenständigkeit fürchte, nachdem Volkswagen den Japanern Vertragsbruch vorgeworfen habe. Jetzt melde der italienische Konzern Fiat (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) Interesse an einer Partnerschaft mit Suzuki an, da die Japaner wichtig für den asiatischen Markt seien.
Aufgrund eines Handelsverlusts in Höhe von ca. USD 2 Mrd. eines einzelnen Händlers sei es bei der Schweizer Bank UBS (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) nicht auszuschließen, dass man im 3. Quartal einen Verlust ausweisen müsse. In London sei ein 31-jähriger Mann unter dem Verdacht auf Betrug festgenommen worden. Nach vorherigen Gewinneinbrüchen solle ca. jede 20. Stelle in der Bank gestrichen werden.
Die Analysten der Erste Bank empfehlen, Aktien weiter "unterzugewichten". Solange das gegenseitige Vertrauen am europäischen Interbankenmarkt nicht wieder zunehme, sei das Chance-Risiko-Verhältnis von Aktien nicht attraktiv. (16.09.2011/ac/a/m)
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