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Analysen - Marktberichte
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13.09.2011
Bärenmarkt bietet Chancen Aktien-Portfolios neu auszurichten
METROPOLE Gestion
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Paris (aktiencheck.de AG) - Die Konjunkturindikatoren lassen keine Zweifel aufkommen: Die Weltwirtschaft leidet unter der Schuldenkrise und hat sich deutlich abgeschwächt, so die Analysten von METROPOLE Gestion.
Die Börsen hätten mit einer crashartigen Talfahrt reagiert und seien seit Anfang Juli um mehr als 25% eingebrochen. Diese extreme Situation eröffne aber auch Chancen, langsam wieder in gute, solide, aber durch die Talfahrt an den Börsen über die Maße abgestrafte Aktien zu investieren, heiße es in der aktuellen Marktanalyse der französischen Fondsgesellschaft METROPOLE Gestion.
"Die Kursstürze an den Börsen deuten darauf hin, dass die Finanzwelt in eine sehr düstere Zukunft schaut", erläutere Markus Hampel, Deutschlandchef von METROPOLE Gestion. "Im krassen Gegensatz dazu stehen jedoch die stetig steigenden Gewinne, die zuletzt von den europäischen Unternehmen vorgelegt wurden. So schloss der STOXX Europe 600-Index (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) das zweite Quartal mit einem im gleitenden Jahresvergleich über 26% gestiegenen Gewinn je Aktie", ergänze Hampel.
Ebenso erscheine die abrupte Erweiterung der Credit Spreads fünfjähriger Papiere mit einem BBB-Rating um über 300 Basispunkte angesichts der soliden Bilanzen der Unternehmen ungerechtfertigt. Denn Fakt sei, dass diese Unternehmen über höhere Cash-Positionen verfügen würden als beim letzten Konjunkturhoch und somit zwar nicht immun gegen den Abschwung, aber immerhin gut gerüstet seien.
Im derzeitigen Umfeld könnten sich bestimmte Industriewerte aufgrund ihrer unternehmensspezifischen Merkmale als durchaus als krisenresistent erweisen: niedrige Bewertung, weltweite Geschäftstätigkeit, gesunde Bilanz und hohe Marktanteile. Diese gut aufgestellten Industrieunternehmen würden zusätzliches Kurspotenzial bieten, wenn die Konjunktur wieder anspringe. Dies treffe beispielsweise auf den englischen Industriekonzern Spectris (ISIN GB0003308607/ WKN 884647) zu, der seit Jahresbeginn eine positive Performance erzielt habe, heiße es in der METROPOLE Gestion-Analyse.
Deshalb würden die französischen Fondsmanager auch die aktuellen Kursschwächen nutzen, um bestimmte Positionen aufzustocken oder sich neu in Unternehmen zu positionieren, die derzeit wieder stark unterbewertet seien, wie dies Ende 2008 oder im ersten Halbjahr 2009 der Fall gewesen sei. Hierzu würden unter anderem Schneider Electric (ISIN FR0000121972/ WKN 860180), Technip (ISIN FR0000131708/ WKN 891997) und Sandvik (ISIN SE0000667891/ WKN 865956) zählen. Auch bestimmte Ölwerte wie etwa Total (ISIN FR0000120271/ WKN 850727), die hohe Kursverluste hätten hinnehmen müssen, würden zurzeit mit einem sehr hohen Abschlag gehandelt. Selbst wenn der Barrel-Preis weiter sinke und der wenig wahrscheinliche Fall einer weltweiten Rezession tatsächlich eintreffen würde, sei der Abschlag zu hoch.
"Insgesamt sind wir der Auffassung, dass das Risiko einer erneuten Rezession bereits in hohem Maß von den Börsen eingepreist wurde", betone Markus Hampel. Er weise aber auch darauf hin, dass man die derzeitige Volatilität der Märkte als Folge des langwierigen und komplexen Prozesses, der zum Abbau der Schuldenberge in den westlichen Volkswirtschaften unausweichlich sei, nicht unterschätzen dürfe. In diesem Klima der Unsicherheit könnte aber Value-Investoren wie METROPOLOE Gestion gute Anlagemöglichkeiten in Unternehmen identifizieren, deren Zukunft unabhängig von den jeweiligen weltwirtschaftlichen Turbulenzen gesichert sei. Dies gelte nicht nur für Aktien, sondern auch für Unternehmensanleihen. (13.09.2011/ac/a/m)
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