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Analysen - Nebenwerte
12.09.2011
Grammer Abrufe weiterhin auf gutem Niveau, hohe Visibilität
Montega AG

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Montega AG, Hendrik Emrich, stuft sein Votum für die Grammer-Aktie (ISIN DE0005895403/ WKN 589540) von "halten" auf "kaufen" herauf.

Nachdem der Automobilzulieferer Grammer noch im April 2011 im Rahmen einer Kapitalerhöhung 1,05 Mio. neue Aktien zum Kurs von 18,20 Euro habe platzieren können, habe sich der Aktienkurs seitdem um ein Drittel reduziert. Aufgrund der folgenden Aspekte würden die Analysten den Kursrückgang als ungerechtfertigt ansehen und mit einer Gegenbewegung rechnen:

- Nach Angaben des Unternehmens seien bislang keine nennenswerten Rückgänge der Abrufvolumina der OEMs spürbar. Die Visibilität von typischerweise drei Monaten reiche bis Ende November in die 48. Kalenderwoche. Während die OEMs aufgrund der florierenden Automobilmärkte in den Sommerferien nahezu durchgearbeitet hätten, könnten die Weihnachtsferien - sollte sich eine Abschwächung der Nachfragedynamik für 2012 verfestigen - in 2011 etwas länger ausfallen.

- Grammer habe seine Guidance für das laufende Geschäftsjahr bestätigt (Umsatz +10% gg. VJ, EBIT-Marge: 4,4%), die die Analysten auf Basis der H1-Zahlen (Umsatz +21%, EBIT-Marge 4,8%) und der oben beschriebenen Perspektiven für H2 als konservativ ansehen würden. Wenngleich sich die Wachstumsdynamik in 2012 abschwächen sollte, würden sie insbesondere aufgrund der starken Marktstellung Grammers im margenstarken Seating System-Segment (ca. 36% des Konzernumsatzes, EBIT-Marge 7,8%) in Nord- und Südamerika mit weiterem Wachstum rechnen. So dürfte es in den USA aufgrund verschärfter Emissionsregularien ab 2013 in 2012 zu Vorzieheffekten bei den Truckverkäufen kommen. Auch die führende Marktstellung in Brasilien und die florierenden russischen und chinesischen Automobil- und Truckmärkte sollten das Wachstum beflügeln.

- Ende Juli habe Grammer bekannt gegeben, 100% der Anteile des belgischen Zulieferers EIA Electronics zum Kaufpreis von 10,5 Mio. Euro übernommen zu haben (seit 01.07. konsolidiert). Das Unternehmen habe 2010 einen Umsatz von mehr als 20 Mio. Euro erzielt und sei profitabler als der Grammer-Konzern. EIA biete elektronische Lösungen für Offroad-Fahrzeuge an (Displays, Konsolen, Kommunikationsmodule, etc.), die in die Armlehnen und Mittelkonsolen von Grammer integriert würden. Während beispielsweise der Hauptkunde von EIA - Case New Holland - bislang den Sitz von Grammer und die Armlehne von EIA bezogen habe und beides selber habe montieren müssen, könne Grammer künftig den integrierten Gesamtsitz als System liefern.

Die Analysten würden damit rechnen, dass Grammer dank der massiven Restrukturierungen der Vorjahre, der breiten geografischen Aufstellung und starken Marktposition (vor allem bei Seating Systems) die angestrebte EBIT-Marge von 5% mittelfristig leicht übertreffen werde. Auf Basis der Multiples für 2012e (KGV 5,3, EV/EBITDA 4,0) sei die Grammer-Aktie wieder äußerst attraktiv bewertet.

Die Analysten der Montega AG stufen den Grammer-Titel insofern von "halten" auf "kaufen" hoch, bei einem neuen Kursziel von 17,50 Euro (alt: 19,35 Euro). (Analysen vom 09.09.2011) (12.09.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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