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Analysen - TecDAX
12.09.2011
Evotec neue Kooperation beflügelt
BÖRSE am Sonntag

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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" stufen die Aktie von Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) als spekulativen Kauf ein.

Roche (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) und Evotec hätten eine exklusive globale Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Kommerzialisierung der Substanz EVT 302 von Evotec unterzeichnet, die das Fortschreiten der Alzheimerschen Krankheit verlangsamen solle. Weil Roche für die klinische Entwicklung, Produktion und Kommerzialisierung zuständig sein werde und auch die Kosten dafür trage, biete die Vereinbarung für Evotec große Chancen und sei zugleich ohne finanzielles Risiko. Im Rahmen der Vereinbarung bekomme Evotec eine Vorabzahlung von 10 Mio. USD. Weitere Meilensteinzahlungen für die Entwicklung und Kommerzialisierung könnten sich auf bis zu 820 Mio. USD summieren.

Außerdem habe Evotec Anspruch auf abgestufte Umsatzbeteiligungen in zweistelliger Höhe an den verkauften Präparaten. Roche erhalte dafür die Rechte an der Substanz EVT 302, die bei Evotec schon die Phase-I der klinischen Entwicklung durchlaufen habe. 2012 möchte Roche mit dem Wirkstoff eine Phase-II-Studie starten. Im Erfolgsfall würden Experten jedoch frühestens 2016/17 den Markteintritt des Präparates erwarten.

Das Unternehmen habe ferner seine Umsatzprognose für 2011 erneut erhöht, erwarte nun 77 bis 79 Mio. Euro. Erst im August habe es sein Ziel auf 70 bis 72 Mio. Euro angehoben, nachdem schon im Juni eine erste Schätzung von März auf 68 bis 70 Mio. Euro erhöht worden sei. 2010 habe man 55,3 Mio. Euro umgesetzt, was einem Plus von 29% bedeutet habe. Zugleich habe man mit einem Nettoprofit von fast 3 Mio. Euro schwarze Zahlen geschrieben, nachdem im Vorjahr noch ein riesiger Verlust von 45,5 Mio. Euro angefallen gewesen sei. In H1/2011 habe sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Der Umsatz sei wegen des erweiterten Portfolios an Wirkstoff-Forschungsallianzen und Akquisitionen kräftig um 34% auf 33,4 Mio. Euro gestiegen. Daneben sei der Überschuss von 0,1 auf 0,8 Mio. Euro gewachsen. Der Vorstand habe von der besten Halbjahresperformance der Unternehmensgeschichte gesprochen.

Die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit Roche sei ein großer Erfolg, was offenbar auch bei den Anlegern für Kauflaune gesorgt habe. Offen sei, wie lange dieser Effekt jetzt nachwirke, schließlich dürfte es noch ein paar Jahre dauern, bis das Arzneimittel, wenn erfolgreich, auf den Markt komme. Die Kooperation scheine jedoch inklusive der anderen Forschungs- und Entwicklungsallianzen die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells von Evotec insgesamt zu untermauern. Die nach dem Strategiewechsel wenigen verbliebenen eigenen Forschungsprojekte seien dabei durch das jetzt erneut forcierte Kerngeschäft gut abgesichert.

Außerdem seien die Forschungsausgaben auf einem vertretbaren Niveau, um weiterhin schwarze Zahlen zu schreiben, wie letztlich auch die Halbjahreszahlen gezeigt hätten. Wie in der Branche üblich, seien aber Rückschläge mit einzukalkulieren, was im Fall von Evotec im Hinblick auf die im Verhältnis zur Firmengröße zwar sehr soliden, aber ansonsten vergleichsweise geringen Kapitalstärke ein nicht zu vernachlässigendes Risiko darstelle. Dem sollten sich Investoren bewusst sein, wenn sie auf die zweifellos vorhandenen Chancen, die eine Investition in Evotec biete, setzen würden.

Durchaus erwägenswerte sehr spekulative Long-Positionen sind daher bezüglich Positionsgrößen und Risikomanagement angemessen zu handhaben, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag" zur Evotec-Aktie. Das Stopp-Loss-Limit sollte bei 1,55 Euro platziert werden. (Ausgabe 36 vom 11.09.2011) (12.09.2011/ac/a/t)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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