|
Analysen - Ausland
|
09.09.2011
Verbund präsentierte Ausblick für das kommende Jahr
Erste Bank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Christoph Schultes, stuft die Aktie von Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) mit dem Rating "halten" ein.
Der Verbund habe in dieser Woche ein Analystenmeeting in London veranstaltet, bei dem eine neue Guidance für dieses und erstmals ein Ausblick für das kommende Jahr präsentiert worden seien. Für das aktuelle Geschäftsjahr sei man bis jetzt davon ausgegangen, dass man beim Nettoergebnis das Niveau des Vorjahres (knapp über EUR 400 Mio.) erreichen könne. Nun glaube das Management, ein Ergebnis von EUR 380 Mio. erzielen zu können, das allerdings auch nur, wenn die Wasserführung in den verbleibenden Monaten dieses Jahres überdurchschnittlich sei.
Somit könne auch dieser Ausblick als äußerst vage bezeichnet werden. Den Ausblick für 2012 könne man als Desaster bezeichnen. Bis jetzt hätten die Konsensusschätzungen für das Nettoergebnis bei EUR 640 Mio. gelegen. Der Verbund gehe (bei durchschnittlicher Wasserführung) jedoch nur von einem Ergebnis in Höhe von EUR 450 bis 500 Mio. aus. Trotz verbesserter Wasserführung, höherer Preise, gestiegener Kapazitäten (vor allem Limberg 2) und einem verbesserten Finanzergebnis sei nicht mehr zu erwarten.
Probleme gebe es an mehreren Fronten. Für 2012 gehe man von einem steigenden Ergebnis der assoziierten Unternehmen aus. Die prognostizierten EUR 40 Mio. seien aber insgesamt alles andere als zufriedenstellend. Für das neue CCGT in Mellach müssten die Gaslieferverträge neu verhandelt werden, da man ansonst in absehbarer Zeit kaum positive Beiträge erwarten könne. Im Falle eines wirtschaftlichen Abschwungs bzw. einer Rezession sei davon auszugehen, dass die Strompreise wieder fallen würden, was natürlich ebenfalls auf das Ergebnis drücken würde. Zudem würden sinkende Spreads zwischen Base- und Peakload das Ergebnis belasten.
Für den Analysten bedeute das, die Schätzungen drastisch zurückzunehmen. Gewinnwarnungen würden leider zunehmend zu Gewohnheit. Die Analysten würden aktuell allen Investoren abraten, in die Verbund-Aktie zu investieren. Auch nach dem Kurssturz am heutigen Freitag sei die Aktie kein Schnäppchen. Das KGV liege weit über dem Durchschnitt der Peergroup, die Dividendenrendite jedoch bleibe deutlich zurück. Das Schlagwort "Wasserkraft" alleine sei zu wenig, um einen Aufschlag zu anderen Versorgern zu rechtfertigen. Im Gegenteil: In einem Szenario mit fallenden Strompreisen wäre der Verbund als Wasserkrafterzeuger massiv betroffen.
Die Analysten der Erste Bank bewerten die Verbund-Aktie mit "halten". (Analyse vom 09.09.2011) (09.09.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|