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Analysen - TecDAX
07.09.2011
Kontron keine Verschlechterung der Geschäftsbedingungen
Warburg Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Malte Schaumann, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Kontron (ISIN DE0006053952/ WKN 605395) unverändert mit "kaufen" ein.

Wie bei vielen anderen Unternehmen habe sich auch bei Kontron derzeit keine Verschlechterung der Geschäftsbedingungen ergeben. Die Kundennachfrage sei weiter intakt, was eine erwartete Book-to-Bill-Ratio von ca. 1 nach neun Monaten untermauere (vergleichbar mit H1). Der hohe Auftragsbestand von knapp EUR 420 Mio. liefere eine solide Basis für die Jahre 2011 und 2012. Insbesondere Kontrons breite Diversifizierung bei Regionen und vertikalen Märkten sollte das Unternehmen robuster gegenüber einem schwächeren Makro-Umfeld machen.

Segmente wie Telekommunikation (das durch eine notwendige Ausweitung der Netzwerkkapazitäten aufgrund des kontinuierlich wachsenden Datenverkehrs getrieben werde), Medizin oder Energie sollten in einem Abschwungszenario bis zu 10% und mehr wachsen. Dies sollte dann durch eine schwächere Entwicklung in Bereichen wie industrielle Automatisierung und Infotainment überlagert werden, die üblicherweise die höchste Abhängigkeit von konjunkturellen Zyklen aufweisen würden.

Insbesondere zwei miteinander verbundene Themen würden die Aufmerksamkeit des Managements erfordern. Materialaufwendungen hätten in H1 2011 enttäuschende 58,5% erreicht. Dies lasse sich teilweise auf Einkaufspreise zurückführen, die nicht den zuvor aufgestellten (und in den Preisen für Kontrons Kunden impliziert seien) Prognosen entsprochen hätten. Ein weiterer Grund hierfür sei aber auch die dezentralisierte Organisation des Konzerns, ohne einen zentralen Einkauf. Entsprechend nutze Kontron seinen Größenvorteil einkaufsseitig nicht vollständig aus.

Die Vorräte hätten seit 2009 eine Laufzeit von 130 Tagen und mehr (deutlich geringer bis 2008) und hätten Ende Q2 2011 bei gut EUR 130 Mio. gelegn. Neben anderen Aspekten wie strategischer Bevorratung aufgrund von Verpflichtungen gegenüber Kunden, Produkte in Allokation etc. lasse sich auch dies teilweise auf die historisch gewachsene dezentralisierte Struktur zurückführen. Der CFO habe betont, dass er insbesondere diese Punkte auf der Agenda habe. Mit einer sukzessiven Verbesserung sollte Kontron sowohl die Bruttomargen als auch die Cashflows verbessern können. Dies könnte die Einführung eines neuen ERP-Systems erforderlich machen, was CAPEX von ca. EUR 6 bis 10 Mio. über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren nach sich ziehen würde.

Das Unternehmen erwarte ein EBIT 2011 im Bereich von EUR 44 bis 49 Mio. (7,7% bis 8,6% vom Umsatz). Da Kontron hier eher vorsichtig sein könnte (und ohnehin keine starken Ambitionen haben dürfte, im aktuellen Umfeld das obere Ende zu erreichen) und aufgrund der kürzlich etwas schwächer als erwarteten Bruttomargen, würden die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2011 etwas reduziert. Die Umsatzschätzungen 2012 und 2013 würden nun vorsichtigere Annahmen bedingt durch die Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Bildes reflektieren. Darüber hinaus seien bereits Investitionen von EUR 9 Mio. (dürfte dem oberen Ende einer potenziellen Range entsprechen) für ein neues ERP-System berücksichtigt worden (Investitionszeitraum 2012 bis 2014).

Unverändert positiv würden die Analysten Kontrons Positionierung im Embedded Computer Markt sehen, der aufgrund des zunehmenden Outsourcing durchschnittliche organische Wachstumsraten von ca. 5 bis 10% erziele. Als Marktführer sollte Kontron von dieser Entwicklung profitieren. Mit einem stärkeren Leverage der bestehenden Organisation (deutlich unterproportional wachsende Kostenbasis) sollte die EBIT-Marge in den kommenden Jahren auf 10%+ gesteigert werden können.

Das neue Kursziel von EUR 8,70 (alt: 9,80) (Basis DCF-Modell) reflektiere die CAPEX für ein ERP-System und eine reduzierte nachhaltige EBIT-Marge von 9% (-1PP), was näher an dem nun für 2012/13 erwarteten Niveau liege.

Mit einem Kurspotenzial von ca. 40% wird die Kaufempfehlung für die Kontron-Aktie beibehalten, so die Analysten von Warburg Research. (Analyse vom 07.09.2011) (07.09.2011/ac/a/t)

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