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Analysen - DAX 100
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15.08.2002
DIS neutral
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Aktie der DIS Deutscher Industrie Service AG (WKN 501690) ist für das Researchteam der Stadtsparkasse Köln eine Halteposition.
Das Unternehmen befasse sich mit der Überlassung und Vermittlung von Arbeitskräften jeder Berufsgattung an Dritte sowie der Durchführung von Dienst- und Werkleistungen jeder Art. Großaktionäre seien die Familie Paulmann sowie die Voith Theta GmbH.
Langfristig wolle der Konzern um 5% stärker wachsen als die gesamte Personaldienstleistungsbranche. Für diese erwarte man bis zum Jahr 2010 einen durchschnittlichen Zuwachs von 12-15 Prozent. Unternehmensangaben zufolge solle das Wachstum allerdings nicht zulasten der Profitabilität generiert werden. Der Fokus solle vor allem auf die Verbesserung der Rohertragsmarge gerichtet werden.
Kurzfristig wolle DIS die Kosten weiter senken. Dazu sollen vier unrentable Niederlassungen geschlossen werden. In einigen anderen Zweigstellen wolle man das Arbeitsvolumen um 20% reduzieren. Der Bereich Engineering solle weiter verstärkt werden. Dazu verfüge man den Angaben nach über eine Netto-Cash-Position von 5 Mio. Euro.
DIS habe die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Man gehe nun von einem Umsatzrückgang von 5% auf 246 Mio. Euro aus, nachdem man zuvor einen Zuwachs von 5-7% avisiert hatte. Für das Ergebnis nach Steuern habe der Konzern einen Rückgang von 5-10% in Aussicht gestellt. Hier haben die bisherigen Prognosen bei einem leicht überproportionalen Gewinnzuwachs gelegen.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei das Konzernergebnis vor Steuern um 36,5% auf 5,8 Mio. Euro gesunken. Der Umsatz sei um 12,1% auf 114,7 Mio. Euro geschrumpft.
Mit einem Marktanteil von 3,5% sei DIS der fünfgrößte Anbieter im deutschen Zeitarbeitsmarkt. Bei der Vermittlung höher qualifizierter Arbeitskräfte sehe das Unternehmen sich selbst als Marktführer in der Bundesrepublik.
Bis zum Jahr 2005 solle der Marktanteil auf mehr als 4% ausgedehnt werden. Dies wolle man ohne Zukäufe erreichen. Die EBIT-Marge solle im gleichen Zeitraum von 8,1 auf 10% wachsen.
In Zukunft wolle man vermehrt Vermittlungsdienstleistungen von den Arbeitsämtern übernehmen und so von der Deregulierung des Arbeitsmarktes profitieren. Bislang trage diese Sparte lediglich 3% zum Konzernumsatz bei. Mittelfristig sollen es jedoch 30-40% sein.
DIS verfüge neben dem Standort Deutschland auch über Niederlassungen in Österreich. Eine Expansion in weitere europäische Länder sei zurzeit nicht vorgesehen.
Ein Großteil des Unternehmensgewinns werde thesauriert, um auch in Zukunft weiteres Wachstum generieren zu können. Ungeachtet dessen habe man die Dividende für das Geschäftsjahr 2001 um 50% auf 0,30 Euro je Aktie erhöht.
Die Halbjahreszahlen von DIS haben deutlich unterhalb der Markterwartungen gelegen. Die damit einhergehende Gewinn- und Umsatzwarnung unterstreiche die schwierige konjunkturelle Lage, unter der insbesondere die Personal-Dienstleister zu leiden haben. Trotz der rückläufigen Zahlen gelinge es DIS jedoch, seine Marktanteile weiter auszubauen.
Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln behält sein Votum "Marketperformer" für die Aktien von DIS bei.
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