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Analysen - Marktberichte
02.09.2011
STOXX 600 zeigte einen Rebound von 5,2%
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) zeigte diese Woche einen Rebound von 5,2% auf 239 Punkte, so die Analysten der Erste Bank.

Alle 19 Sektoren hätten sehr positiv performt. Am besten hätten sich Rohstoffaktien (+8,5%) entwickelt. Defensive Sektoren wie Lebensmittelproduzenten, Telekoms und Versorger hätten mit Plus 3 bis 4% den geringsten Anstieg gezeigt. Die Veränderung der Renditen für deutsche Staatsanleihen habe die abnehmende Risikoaversion in dieser Woche jedoch nicht bestätigt. Der 10-jährige Bund sei um 4 Basispunkte auf 2,13% gefallen.

Die Spreads zu den PIIGS-Staaten seien zudem, wenn auch nur leicht, gestiegen. Ein Anstieg der Spreads sei in den vergangenen Monaten ein verlässlicher Frühindikator für fallende Aktienkurse gewesen. Insbesondere die Ankündigung Italiens, das gerade erst angekündigte Sparpaket wieder zu überarbeiten, habe Investoren gezeigt, dass die Regierungen den Ernst der Lage unterschätzt hätten.

Die Stressniveaus am europäischen Interbankenmarkt würden hoch bleiben. Das Niveau des 2J Euro Swap Spread und des Itraxx 5J Europe Sub. Financials (CDS-Index) seien unverändert. Die Kreditversicherungen für Anleihen von europäischen Banken seien damit weiterhin teurer als in den Krisenmonaten 2008.

Die Situation in Griechenland bleibe angespannt. Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht sei die Entwicklung der griechischen Schulden "außer Kontrolle" geraten. Das bereits hohe Defizit des Staates, die starke Zunahme der Schulden und die tiefe Rezession hätten die Entwicklung "zum Äußersten getrieben". Der Bericht sei von der neu geschaffenen Haushaltskontrollkommission unter Leitung der Ökonomin Stella Savva-Balfousia für den Finanzausschuss des Parlaments verfasst worden. Das Feedback auf den wohl zu ehrlichen Bericht sei nicht gut ausgefallen. Es habe scharfe Kritik vom griechischen Finanzminister gehagelt und die Verfasserin Balfousia habe daraufhin zurücktreten müssen. Die Renditen für 2-jährige griechische Staatsanleihen würden weiter 45% betragen.

Die Industrie der Eurozone sei laut Einkaufsmanagerindex im August geschrumpft. Der EMI habe im Vergleich zum Vormonat 1,4 Punkte auf 49 Punkte verloren und damit die Referenzlinie von 50 Punkten unterschritten. Die Quote Auftragseingang/Fertigwarenlager, welche als Frühindikator gelte, sei im August auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken. Die Produzentenpreise in der Eurozone seien wie erwartet um 6,1% gestiegen. Die Inflationsrate sei im August mit 2,5% unverändert geblieben. Der Index der Auftragseingänge der Industrie sei im Euroraum im Juni um 0,7% gefallen. Die Arbeitslosenquote im Euroraum betrage unverändert 10%.

Es gebe keine guten Nachrichten für die Deutsche Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000). In Zusammenhang mit US-Hypothekengeschäften drohe der Deutschen Bank, wie der Bank of America (ISIN US0605051046/ WKN 858388), J.P. Morgan Chase & Co. (ISIN US46625H1005/ WKN 850628) und Goldmann Sachs (ISIN US38141G1040/ WKN 920332) eine milliardenschwere Klage der US-Regierung. Schlechte Nachrichten gebe es auch für die Mitarbeiter, denn der Branchenführer könnte schon 2012 weitere Stellen streichen. Die Analysten würden die Aktie weiter zum Verkauf empfehlen.

In Griechenland würden die Alpha Bank (ISIN GRS015013006/ WKN 876116) und die EFG Eurobank (ISIN GRS323013003/ WKN 919700) fusionieren. Nach der Hochzeit hätten die beiden Banken zusammen eine Bilanzsumme von EUR 150 Mrd. und seien dann mit einen Marktanteil von 30% die größte Bank Griechenlands, in Europa wären sie auf Platz 25. Die stark angeschlagenen Aktien hätten sich daraufhin diese Woche unterschiedlich entwickelt: Alpha Bank +7,3%, EFG Eurobank -17%.

SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) komme im Rechtstreit mit seinem US-Konkurrenten Oracle (ISIN US68389X1054/ WKN 871460) wohl um eine wegen Datendiebstahl verhängte milliardenschwere Schadenersatzzahlung herum. Eine US-Richterin habe ein vorläufiges Urteil gegen SAP aus dem vergangenen Jahr über USD 1,3 Mrd. gekippt. Entweder Oracle akzeptiere nun eine Zahlung von lediglich USD 272 Mio. oder SAP erhalte ein neues Verfahren.

Die Analysten der Erste Bank empfehlen Aktien unterzugewichten. Abrupte Kurssprünge ohne harte Nachrichten - wie diese Woche - seien typisch in jedem Bärenmarkt. (02.09.2011/ac/a/m)



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