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Analysen - Ausland
02.09.2011
UNIQA enttäuschende Prämienentwicklung im 2. Quartal
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Christoph Schultes, bewertet die Aktie von UNIQA (ISIN AT0000821103/ WKN 928900) unverändert mit dem Rating "reduzieren".

Die UNIQA habe in dieser Woche ihre Halbjahreszahlen präsentiert. Habe man im 1. Quartal noch ein Prämienwachstum präsentieren können, so ernüchternd sei die Prämienentwicklung im 2. Quartal gewesen. Unterm Strich seien die Prämien im ersten Halbjahr um 1,1% auf EUR 3.226 Mio. zurückgegangen. Der Grund für diese eher enttäuschende Entwicklung liege im Bereich Lebensversicherung, in der die Einmalerläge um ein Drittel zurückgegangen seien. Anders als im ersten Quartal habe dieser Rückgang dieses Mal nicht durch Prämienwachstum in Osteuropa kompensiert werden können.

Eine positive Entwicklung habe die Combined Ratio gezeigt, die dank des Ausbleibens größerer Naturkatastrophen in diesem Jahr auf 100,7% gefallen sei (von 105,2% im 1H10). Auf der anderen Seite habe das Finanzergebnis einen Rückgang von 39% auf EUR 378 Mio. verzeichnet, sodass am Ende auch das Vorsteuerergebnis mit EUR 72 Mio. unter dem des Vorjahres (EUR 79 Mio.) zu liegen gekommen sei. Gleiches gelte für das Nettoergebnis, das um 12% auf EUR 34 Mio. gefallen sei.

Der Grund für das rückgängige Finanzergebnis seien Abschreibungen auf Griechenland-Staatsanleihen in Höhe von EUR 58 Mio. gewesen. Das Exposure in europäische Peripheriestaaten sei bei der UNIQA beträchtlich. Nicht weniger als EUR 1,58 Mrd. würden in Staatsanleihen von so genannten PIIGS-Staaten stecken, das seien 8,8% der gesamten Finanzanlagen des Unternehmens und weit mehr als das vorhandene Eigenkapital. Die schwache Bilanz zeige sich auch in der Eigenkapitalquote des Unternehmens, die mit 5,3% weit unter den anderen Versicherungsunternehmen liege.

Bis zur geplanten Kapitalerhöhung im Jahr 2013 sei noch einiges zu tun. Mit einer signifikanten Ergebnisverbesserung werde wohl in nächster Zeit nicht zu rechnen sein. Das Management habe im Conference Call bestätigt, dass sich die Umstrukturierung des Konzerns bereits in diesem Jahr im Ergebnis niederschlagen werde. Die Analysten würden daher ihre Schätzungen im nächsten Update eher zurücknehmen. Aber auch basierend auf ihren aktuellen Schätzungen sei die Aktie der UNIQA alles andere als billig. Mit einem KGV11e von mehr als 20x und einem K/BW Verhältnis von 1,5x (bei einem einstelligen ROE) sei die UNIQA die mit Abstand teuerste Versicherungsaktie in der Coverage der Analysten.

Die Analysten der Erste Bank werden daher wohl bei ihrer "reduzieren"-Empfehlung für die UNIQA-Aktie bleiben. Das Kursziel werde bei EUR 13,80 gesehen. (Analyse vom 02.09.2011) (02.09.2011/ac/a/a)

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