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Analysen - Nebenwerte
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01.09.2011
Aragon sequenzieller Umsatzrückgang
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Torsten Klingner, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Aragon (ISIN DE000A0B9N37/ WKN A0B9N3) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Aragon habe durchwachsene Q2-Zahlen vorgelegt, die unter der Erwartung gelegen hätten. Der Umsatz habe sich in Q2 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7% auf EUR 26 Mio. erhöht, was eine Wachstumsverlangsamung gegenüber den Vorquartalen sei. Im Vergleich zu Q1/2011 sei das Wachstum sogar negativ gewesen (Umsatz -6%). Diese Entwicklung sei auf beide Segmente Broker Pools (-4%) sowie Financial Consulting (-10%) zurückzuführen. Grund hierfür sei hauptsächlich ein um 18% geschrumpfter Absatz von Versicherungen gewesen.
Trotz des höheren Umsatzes habe das EBITDA infolge von höheren Personalkosten (EUR +1 Mio.) und transaktionsbedingten Einmalkosten von EUR 0,3 Mio. (Clarus Akquisition) unter dem Vorjahr gelegen. Auf Segmentebene sei das EBITDA gegenüber dem Vorjahr in beiden Segmenten rückläufig gewesen (Broker Pools EUR 0,5 Mio. von 0,8 Mio.; Financial Consulting EUR -0,1 Mio. von 0,5 Mio.). Aragon habe den Ausblick für 2011 (Umsatz EUR 130 bis 150 Mio., Jahresüberschuss EUR 2 bis 4 Mio.) bestätigt. Das Management habe jedoch die Abhängigkeit vom Kapitalmarktumfeld betont.
Vor dem Hintergrund einer signifikanten Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten hätten Analysten die Schätzungen überarbeitet. Das neue, verhaltenere Szenario unterstelle einen niedrigeren Produktabsatz (Zurückhaltung der Kunden) und geringere Bestandsprovisionen infolge von sinkenden Assets under Administration (Kursrückgang der Anlagen). Insbesondere Investmentfonds, aber auch der Vertrieb von Versicherungsprodukten dürfte belastet sein. Hinsichtlich von Versicherungen sei das extrem niedrige Zinsniveau, das sich auch in absehbarer Zukunft nicht ändern werde, eine generelle Belastung für diese Produktklasse.
Aragons Zahlen für 2010 und H1 und sogar noch schwächere Zahlen bei den Wettbewerbern hätten gezeigt, dass hohe einstellige/zweistellige EBIT-Margen im Finanzvertriebssektor derzeit nicht erreichbar seien. In Bezug auf Aragon sei die kostenintensive komplexe Holdingstruktur eine zusätzliche Belastung. Im Ergebnis seien die Schätzungen deutlich reduziert worden. Da die Analysten keine signifikante Verbesserung des Kapitalmarktumfeldes erwarten würden, werde der Jahresüberschuss mit EUR 1,3 Mio. (ohne positive Sondereffekte) unter der Guidance prognostiziert.
Da das dritte Quartal durch die aktuell schwierigen Märkte beeinflusst werden dürfte, sei keine wesentliche Verbesserung im Vergleich zu Q2 zu erwarten, was zu einer geringen Visibilität führe. Aragon plane im Q3/Q4 dieses Jahres eine größere Akquisition. Angesichts von Aragons mittlerweile recht fragmentierten Investmentportfolios (zu viele Marken) sei in den kommenden Monaten eine Konsolidierung zu erwarten. Das überarbeitete DCF-Modell führe zu einem von EUR 13,70 auf EUR 8 gesenkten Kursziel.
Die Kaufempfehlung der Analysten von Warburg Research für die Aragaon-Aktie wird beibehalten. (Analyse vom 31.08.2011) (01.09.2011/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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