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Analysen - Ausland
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26.08.2011
Raiffeisen Bank International 2Q11 deutlich besser als erwartet
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Günter Hohberger, stuf die Aktie der Raiffeisen Bank International (RBI) (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) unverändert mit "kaufen" ein.
Mit den sehr guten Zahlen zum 2. Quartal 2011 habe die Raiffeisen Bank International selbst die hochgesteckten Erwartungen der Analysten um 14% und den Konsensusdurchschnitt gar um 33% übertroffen. Dabei sei der Quartalsüberschuss von EUR 345 Mio. 28% über dem 1. Quartal und 149% über dem Vergleichsquartal des Vorjahres zu liegen gekommen - letzteres jedoch massiv beeinträchtigt durch Bewertungsverluste aus Derivaten und Finanzanlagen.
Adjustiert um diese Wertschwankungen habe der Quartalsüberschuss aber immer noch 31% über 1Q11 und 14% über 2Q10 gelegen. Das habe zum einen am exzellenten Handelsergebnis (+8% q/q, +101% y/y) gelegen, das dank der starken Abwertung des Weißrussischen Rubels Bewertungsgewinne von EUR 32 Mio. aus einer strategischen Währungsposition zur Absicherung des Eigenkapitals hervorgebracht habe.
Zum anderen seien die Risikovorsorgen weiter rückläufig (-5,5% q/q, -26% y/y) gewesen, was auf eine leicht verbesserte Problemkreditquote von 8,5% (-10BP q/q) zurückzuführen sei, wofür in erster Linie Russland (-120BP q/q), die Slowakei (-40BP q/q) und Polen (-30BP q/q) verantwortlich zeichnen würden. In Ungarn (+200BP q/q) und Südosteuropa (+100BP q/q) nehme die Kreditqualität aber weiterhin ab.
Das Nettozinsergebnis (-0,8% y/y) und das Provisionsergebnis (+0,4% y/y) hätten etwas unter den Erwartungen der Analysten gelegen, wobei Ersteres vom Wachstum bei Krediten (+3,8% y/y) und Einlagen (+15% y/y) sowie um 13BP y/y verbesserten Margen aufgrund geringerer Refinanzierungskosten in Russland profitiert habe.
Auch wenn die Zahlen zum 2. Quartal auf den ersten Blick ein rosiges Bild zeichnen würden, bleibe unterm Strich immer noch eine stabile Ergebnisqualität, weil Zins- und Provisionsergebnis im Jahresvergleich kein Wachstum aufweisen würden, die operativen Aufwendungen jedoch um 5% zugelegt hätten, dafür aber die Risikovorsorgen weiter rückläufig gewesen seien.
Das RBI-Management gebe sich hinsichtlich der Risikovorsorgen für das 2. Halbjahr weniger optimistisch und sehe vor allem in Ungarn und SEE weiter abnehmende Kreditqualität und die Risikokosten in Russland, Weißrussland und bei Group Corporates unter Normalniveau. Die Analysten würden jedenfalls die etwas nach unten geschraubten Konjunkturaussichten für die CEE-Region in ihr Modell einfließen lassen.
Bezüglich einer möglichen Kapitalerhöhung sehe das Management die RBI mit einer Core Tier 1-Quote von 8,5% (6,7% exkl. Staatskapital) zwar nach wie vor ausreichend kapitalisiert, stelle aber eine Entscheidung innerhalb zwölf Monaten abhängig vom Kreditwachstum - 2011 sollte es deutlich über dem Vorjahresniveau von 4,3% liegen - in Aussicht.
Angesichts des aktuellen Kursniveaus und der anhaltenden Marktturbulenzen würden die Analysten unmittelbar keinen Kapitalschritt erwarten, wohl eher Anfang 2012. Der Markt scheine dies jedoch längst einzupreisen, denn mit einem Kurs/Buchwert 2011e von 0,71 bzw. P/E11e von 4,5 liege die RBI-Aktie schon beinahe auf dem Niveau westeuropäischer Banktitel mit teilweise erheblichem Risiko gegenüber Staatsanleihen der peripheren Eurozone.
Die Analysten der Erste Bank bleiben daher bei ihrer Kaufempfehlung für die Raiffeisen Bank International-Aktie, werden das Kursziel von aktuell EUR 55,00 aber nach unten anpassen. (Analyse von 26.08.2011) (26.08.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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