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Analysen - Marktberichte
26.08.2011
Europäischer Aktienmarkt tendiert unverändert
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der europäische Aktienmarkt tendiert seit letzter Woche unverändert, so die Analysten der Erste Bank.

Der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) notiere weiter bei 227 Punkten (+0,2%). Die beste Performance hätten Technologiefirmen mit einem Plus von 6% gezeigt. Schwach hätten sich hingegen Öl & Gas-, Chemie-, Reise-, und Einzelhandelsfirmen mit einem Minus von 1% entwickelt. Generell habe sich Unentschlossenheit am Markt gezeigt, denn es habe keinen Trend hin zu zyklischen oder defensiven Aktien gegeben. Dass die Krise in der Eurozone weiterhin sehr akut sei, könne am Stressniveau am europäischen Interbankenmarkt abgelesen werden: Das Misstrauen der europäischen Banken untereinander sei auf dem höchsten Niveau seit 2008. Die CDS auf europäische Banken hätten diese Woche ein neues Rekordhoch erreicht.

Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) habe auch in der vergangenen Woche den europäischen Aktienmarkt underperformt. Seit einem Monat liege der DAX damit 24% im Minus. Das sei bei weitem mehr als der STOXX 600 mit -16%. Eine mögliche Erklärung dafür könnte die Angst der Investoren sein, dass Deutschland unter einem Scheitern der Eurorettung besonders stark leiden würde. Andererseits könne es wohl auch teilweise daran liegen, dass es Gerüchte gegeben habe, dass auch in Deutschland (wie bereits in Spanien, Italien, Frankreich und Belgien seit 12. August) ein Leerverkaufsverbot eingeführt werden solle. Der Druck auf den DAX sei gestern kurzfristig so stark gewesen, dass bei zwei Drittel der DAX-Werte der Handel wegen extrem hoher Volatilität kurzzeitig unterbrochen worden sei. Der Index sei innerhalb von wenigen Minuten um 4% gefallen.

Der ifo-Index habe sich im August weiter verschlechtert. Der Index sei von 112,9 auf 108,7 Punkte gefallen. Bereits im Juli habe sich das Konjunkturbarometer von 114,5 Punkten auf 112,9 Zähler verschlechtert. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen sei von 105,0 auf das neutrale Niveau von 100,1 Punkten gefallen. Der Lage-Index sei von 121,4 auf 118,1 Punkte zurückgegangen.

Die langfristige Empfehlung der Analysten, US- und europäische Finanzaktien zu verkaufen, habe sich somit als richtig erwiesen. Im derzeit volatilen und unsichern Umfeld bleibe diese Empfehlung auch weiterhin bestehen. Die schlechten Aussichten für den Bankensektor würden sich auch auf die Mitarbeiterstände auswirken. Die UBS (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) plane 3.500 Stellen oder 9% der Belegschaft zu entlassen. HSBC (ISIN GB0005405286/ WKN 923893) plane die Kürzung von 30.000 Stellen, das seien 10% aller Mitarbeiter. Lloyds (ISIN GB0008706128/ WKN 871784) wolle 15.000 Stellen oder 15% der Belegschaft entlassen, und bei der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) sei ein Stellenabbau von 9.000 Jobs (15%) angekündigt worden.

Die Analysten der Erste Bank behalten ihre "untergewichten" Empfehlung für Aktien bei. (26.08.2011/ac/a/m)



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