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Analysen - Ausland
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19.08.2011
Telekom Austria Währungsabwertung in Weißrussland belastet
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Vera Sutedja, Analystin der Erste Bank, rät die Aktie der Telekom Austria (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) weiterhin zu halten.
Das in dieser Woche berichtete Ergebnis des zweiten Quartals 2011 von EUR 19,9 Mio. habe durch niedriger als erwartete Wechselkursverluste über der Analysten- und der Marktprognose gelegen. Die Umsatzerlöse im zweiten Quartal seien um 5,1% auf EUR 1.109 Mio. gesunken und seien damit innerhalb der Analysten- und der Marktprognose gewesen.
Das Segment Österreich habe aufgrund der aggressiven Smartphone- und Mobilbreitband-Preise, der stetigen Reduktion der Festnetz-Minuten und der regulierungsbedingten weiteren Reduktion der Roaming-Gebühren sowie der mobilen Terminierungsentgelte eine 5,7%-ige Umsatzsenkung auf EUR 731 Mio. gezeigt und damit 65,9% der Gruppenumsätze beigetragen. Das größte internationale Segment Bulgarien habe unter einer schwachen heimischen Konjunkturentwicklung, einem hohen Wettbewerbsdruck sowie der Reduktion der mobilen Terminierungsentgelte gelitten. Der Umsatz sei hier um 7,9% auf EUR 130,5 Mio. gefallen und habe damit 11,8% der Gruppenumsätze beigetragen.
Das bereinigte EBITDA der Gruppe, d.h. exklusive Restrukturierungsaufwand, sei im zweiten Quartal 2011 um 8,6% auf EUR 380,8 Mio. gefallen, was innerhalb der Analysten-Prognose liege. Das Segment Österreich habe durch geringere Umsatzerlöse und höhere Stützungen für Smartphones die größte Verminderung des EBITDA (-EUR 21,1 Mio. oder -8,1% gegenüber Q2/2010) gezeigt. Im zweiten Quartal 2011 habe der Restrukturierungsaufwand in Österreich EUR 34,6 Mio. betragen, deutlich höher als EUR 12,8 Mio. in Q2/2010. Im Segment Bulgarien sei das bereinigte EBITDA um 8% durch höhere Personalaufwendungen und Marketingkosten sowie höhere Wertberichtigungen für uneinbringliche Forderungen auf EUR 70,8 Mio. gesunken.
Der Ausblick für 2011 sei wegen der 54%-igen Währungsabwertung in Weißrussland angepasst worden. In Q2/2011 sei kein Wertminderungsaufwand von Velcom im Weißrussland erfasst worden, da der Buchwert den Nutzungswert nicht übersteige. Für das Gesamtjahr 2011 erwarte die Telekom Austria Umsatzerlöse statt bis zu EUR 4,6 Mrd. nun in der Höhe von ungefähr EUR 4,5 Mrd. Das bereinigte EBITDA, d.h. exklusive Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwand, solle statt bis zu EUR 1,6 Mrd. bis zu 1,55 Mrd. betragen.
Die Investitionen sollten statt ca. EUR 800 Mio. etwa EUR 750 bis 800 Mio. ausmachen. Die Dividende von mindestens EUR 0,76/Aktie sei bestätigt worden. Der Ausblick für 2012 bis 2013 sei noch nicht angepasst und nicht mehr bestätigt worden. Die Analysten würden ihre Schätzungen und das Kursziel wegen der Rubel-Währungsabwertung reduzieren.
Die Empfehlung der Analysten der Erste Bank für die Telekom Austria-Aktie bleibt momentan bei "halten". Das Kursziel werde bei EUR 11,00 gesehen. (Analyse vom 19.08.2011) (19.08.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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