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Analysen - Nebenwerte
25.07.2002
Deutz Underperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Aktie der Deutz AG (WKN 630500) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln schlechter als der Gesamtmarkt entwickeln.

Die 130 Jahre alte Deutz AG sei seit der Trennung vom Anlagenbau ein reiner Motorenhersteller. Das Unternehmen stelle vor allem Diesel- und Gasmotoren her. Hauptkunden seien Lkw- und Bushersteller. Das Unternehmen verkaufe seine Motoren aber auch zum Einsatz in Autos, Schiffen, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen sowie Kraftwerken. Deutz sei der Hauptlieferant von kleinen und mittleren Dieselmotoren für Volvo. Zu weiteren Deutz-Produkten zählen Partikelemissionsfilter für Dieselmotoren und Ersatzteile. Die Deutsche Bank besitze 26% der Deutz-Anteile; Volvo halte 10% der Aktien.

Der Deutz-Konzern, der früher als Klöckner-Humboldt-Deutz firmiert habe, sei vor etwa sechs Jahren wegen Bilanzmanipulationen bei der Tochtergesellschaft KHD Humboldt Wedag an den Rand des Ruins geraten. Seitdem trage er an den Altlasten. Rund 300 Mio. Euro Pensionsverpflichtungen sowie 340 Mio. Euro Bankschulden lasten auf dem Unternehmen.

Deutz habe die Industrieanlagentochter KHD Humboldt Wedag an eine internationale Investorengruppe zum Buchwert von 36,1 Millionen Euro verkauft. KHD Humboldt Wedag hatte im Jahr 2000 einen Umsatz von 86 Millionen Euro und ein Jahresergebnis von 141.000 Euro erzielt. Für die Geschäftssparte hatte Deutz bereits seit 1996 einen Käufer gesucht. Der Konzern konzentriere sich seitdem auf das Motorengeschäft.

Im Geschäftsjahr 2001 habe sich der Nettoverlust von 8,9 Mio. Euro in 2000 auf 31,8 Mio. Euro erhöht. Begründet worden sei dies mit dem eingeleiteten Personalabbau sowie mit der Schließung der Gießerei. Das operative Ergebnis hingegen habe Deutz von 15,6 Mio. Euro in 2000 auf 27,9 Mio. Euro steigern können. Im ersten Quartal 2002 habe der Konzern das Ergebnis bei leicht rückläufigem Umsatz deutlich steigern können. So habe das EBIT 7,4 nach 0,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum betragen. Für das Gesamtjahr 2002 prognostiziere das Unternehmen einen Umsatz auf Vorjahreshöhe von 1,18 Mrd. Euro. Darüber hinaus prognostiziere der Vorstand für 2002 wieder schwarze Zahlen sowie eine Erhöhung der Eigenkapitalquote auf 20% im Jahre 2004.

Bis 2003 wolle Deutz über schlankere Strukturen, straffere Produktionsabläufe sowie einen umfassenden Personalabbau insgesamt 60 Mio. Euro einsparen.

Die Deutsche Bank halte momentan 26% der Deutz-Anteile. Seit Anfang 2002 könne sie ihr Paket steuerfrei veräußern. Das Kreditinstitut habe bereits angekündigt, sich von einem Großteil der Industriebeteiligungen trennen zu wollen.

Seit dem 18. März 2002 notiere die Aktie der Deutz AG nicht mehr im MDAX.

Die Vertriebs- und Produktionskooperationen sollen weiter ausgebaut werden. Insbesondere im Bereich Mittel- und Großmotoren suche Deutz nach einem geeigneten Partner. Nach den Anschlägen des 11. September seien Gespräche mit einem amerikanischen Unternehmen ausgesetzt worden. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen werde für das zweite Halbjahr 2002 avisiert.

Im laufenden Jahr gehen aus der in 1998 mit Volvo vereinbarten Kooperation die ersten gemeinsam entwickelten Motoren der 4-7 Liter-Klasse in Serienfertigung. Bis 2004 solle der schwedische Konzern 40.000 Motoren abnehmen.

Das umfassende Restrukturierungsprogramm trage zwar erste Früchte, jedoch leide der Konzern weiterhin unter den hohen Schulden und Pensionsverpflichtungen. Zwar verspreche Konzernchef Riske für das laufende Jahr 2002 wieder schwarze Zahlen, dennoch überwiegen nach Ansicht von Analysten der Stadtsparkasse Köln nach wie vor die Risikofaktoren.

Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln bestätigt bezüglich den Deutz-Aktien sein Votum "Underperformer".



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