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Analysen - Marktberichte
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16.08.2011
Aktienmarkt fünf gute Gründe für Bullen und für Bären
Bank Sarasin & Cie AG
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Basel (aktiencheck.de AG) - Der jüngste Ausverkauf an den Aktienmärkten ist in seinem Ausmaß mit Korrekturen zu vergleichen, die höchstens einmal pro Jahr vorkommen, so Philipp Bärtschi, Chefstratege bei der Bank Sarasin & Cie AG.
Innerhalb von zwölf Handelstagen habe der Swiss Market Index (SMI) (ISIN CH0009980894/ WKN 969000) über 20 Prozent an Wert verloren. Während die Bullen nun große Chancen am Aktienmarkt wittern würden, würden die Bären vor weiteren Rückschlägen warnen, da die Risiken mit der Verschlechterung der Wirtschaftslage markant gestiegen seien.
Es gebe mindestens fünf gute Gründe, weshalb Anleger jetzt Aktien kaufen sollten: Erstens sei die Marktstimmung viel zu negativ und signalisiere eine Erholung. Zweitens gebe es eine Fülle schlechter Nachrichten, so dass alleine das zukünftige Fehlen solcher Nachrichten zu einer besseren Marktperformance führen sollte. Drittens seien Aktien so günstig bewertet wie seit 2009 nicht mehr. Viertens würden die Notenbanken versuchen, die Aktienmärkte mit einer äußerst lockeren Geldpolitik zu stützen. Fünftens gebe es einen akuten Mangel an Alternativen zu Aktien. Anleger dürften bei einer Lageberuhigung bald wieder Geld in Aktien umschichten.
Auf der anderen Seite gebe es aber auch gute Gründe, weshalb Anleger heute Aktien verkaufen sollten. Erstens sei die Fiskalpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks am Ende und könne der Konjunktur nicht mehr helfen. Zweitens würden die globalen Frühindikatoren anzeigen, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamen werde. Schwächeres Wachstum sei normalerweise negativ für Aktien. Drittens dürften die Gewinnzahlen der Unternehmen in den nächsten Quartalen enttäuschen. Viertens gehe schwächeres Wachstum meist mit einer höheren Risikoprämie einher. Eine tiefe Bewertung sei ein Anzeichen, dass sich Anleger auf schwächeres Wachstum und fallende Gewinne vorbereiten würden. Fünftens habe noch keine Kapitulation unter Anlegern stattgefunden.
Da die Gegenüberstellung von Bullen- und Bärenargumenten keine abschließende Antwort über die erwartete Marktrichtung zulasse, sei die enge Beobachtung der verschiedenen Markttreiber besonders wichtig. Im aktuellen Umfeld sehe die Bank Sarasin drei Hauptfaktoren: Erstens die Marktstimmungsindikatoren für den kurzfristigen Trend, zweitens die Makronachrichten für den mittelfristigen Trend und drittens die Politik als Überraschungsfaktor, welcher jederzeit eine Marktwende einleiten könnte. Kurzfristig sei eine Erholung wahrscheinlich. Dennoch dürften schlechte Makro- und Gewinnnachrichten die Märkte bis Ende des Jahres belasten.
Aufgrund der gesenkten Wirtschafts- und Gewinnprognosen habe die Bank Sarasin auch die Aktienindexziele per Jahresende deutlich gesenkt und sehe den SMI bei 5.300 Punkten, den DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) bei 6.000 Punkten. Falls die Politik bald überraschend stark eingreife, könnte es doch noch zu einer Jahresendrally kommen. Falls nicht, gebe es kaum Potenzial für die Aktienmärkte - Anleger müssten dann mit schwachen Renditen rechnen. (16.08.2011/ac/a/m)
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