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Analysen - Marktberichte
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12.08.2011
Wiener Börse Fortsetzung der Talfahrt
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Geschockt von der Herabstufung der USA durch die Rating-Agentur Standard & Poor's und verunsichert bezüglich eines kolportierten Downgrades Frankreichs gab der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) - so wie alle anderen internationalen Indices - erneut massiv nach, so die Analysten der Erste Bank.
Zwischenzeitlich sei der österreichische Leitindex sogar unter die 2.000 Punkte-Marke gefallen. Ein kurzer Rebound auf über 2.270 Punkte habe leider nicht lange gewährt und am Ende habe ein Wochen-Minus von 8% zu Buche gestanden. Fundamentale Unternehmens-News seien erneut im Hintergrund geblieben. Dennoch habe es trotz der massiven Verluste auf breiter Front auch Unternehmen gegeben, die in dieser Woche - wohl aufgrund ihrer vorgelegten Zahlen - Kursgewinne hätten vorweisen können.
So wie bereits in der letzten Woche sei es auch dieses Mal zu heftigen Kursbewegungen bei Andritz (ISIN AT0000730007/ WKN 632305) gekommen. Alleine am Dienstag sei es zu Kursschwankungen zwischen EUR 51,5 und 60,9 gekommen - das seien 18% intraday. Nach den besser als erwarteten Q2-Zahlen habe die Aktie auf Wochensicht letztendlich 6% zulegen können. Die extreme Volatilität der Aktie zeuge aber auch von der Verunsicherung der Märkte, die den aktuellen Newsflow nicht richtig einzuschätzen wüssten.
Zu den raren Gewinnern hätten auch Semperit (ISIN AT0000785555/ WKN 870378) (nach soliden Q2-Zahlen) und STRABAG (ISIN AT000000STR1/ WKN A0M23V) gezählt. Die Liste der Verlierer sei lang. Angeführt werde sie dieses Mal von der CA Immobilien (ISIN AT0000641352/ WKN 876520), gefolgt von Schoeller-Bleckmann (SBO) (ISIN AT0000946652/ WKN 907391) und voestalpine (ISIN AT0000937503/ WKN 897200). Die drei Finanzwerte und zwei weitere Titel hätten ebenfalls zweistellig verloren.
Die OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) habe ihre Q2-Zahlen präsentiert, die gemischt ausgefallen seien, aber die Aktie habe "nur" 4% verloren. conwert Immobilien (ISIN AT0000697750/ WKN 801475) habe das vorläufige Halbjahresergebnis mit einem EBIT exakt den Erwartungen der Analysten entsprechend veröffentlicht.
In der nächsten Woche finde die Berichtssaison ihre Fortsetzung. Inwieweit Unternehmensergebnisse aktuell den Markt beeinflussen könnten, bleibe aber fraglich. Intercell (ISIN AT0000612601/ WKN A0D8HW), Wienerberger (ISIN AT0000831706/ WKN 852894), Mayr-Melnhof (ISIN AT0000938204/ WKN 890447), Telekom Austria (ISIN AT0000720008/ WKN 588811), conwert (final), Vienna Insurance Group (ISIN AT0000908504/ WKN A0ET17), voestalpine, SBO, DO&CO (ISIN AT0000818802/ WKN 915210) und die Österreichische Post (ISIN AT0000APOST4/ WKN A0JML5) würden nächste Woche berichten.
Das Hauptaugenmerk sei aber momentan auf das internationale Geschehen gerichtet. Hier stünden vor allem Frankreich bzw. die französischen Banken im Mittelpunkt.
Der freie Fall scheine fürs Erste einmal gestoppt. Allzu optimistisch könnten die Analysten aber nicht sein. Eine fundamental günstige Bewertung der meisten Unternehmen komme momentan gegen die immer mehr und mehr aufkeimenden Rezessionsängste nicht an. Auch wenn die Panik aus heutiger Sicht vollkommen überzogen scheine, sei eine gewisse Vorsicht angebracht. Kurzfristig deute sich (auch technisch gesehen) eine leichte Erholung an. Mittel- bis langfristig würden die Analysten auf politische Signale hoffen, wie mit der Schuldenkrise weiter umgegangen werde. (12.08.2011/ac/a/m)
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