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Analysen - DAX 100
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15.08.2011
Klöckner & Co Geschäftsmodell bleibt volatil
Montega AG
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Wais Samadzada, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von Klöckner & Co (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) unverändert mit "kaufen" ein.
Klöckner & Co habe am 10. August die Zahlen für das erste Halbjahr 2011 bekannt gegeben und anschließend eine Analystenkonferenz abgehalten. Insgesamt seien die Zahlen hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben und hätten ergebnisseitig den Konsens stark verfehlt: Mit rund 3,5 Mrd. Euro habe der Umsatz genau ihren Erwartungen entsprochen. Das EBITDA habe mit 166 Mio. Euro unter ihren Erwartungen gelegen (185 Mio. Euro). Trotz eines positiven Steuereffektes sei das Ergebnis je Aktie mit 0,69 Euro unter dem Vorjahreswert geblieben.
Aufgrund der Turbulenzen an den Kapitalmärkten seien die Unsicherheiten deutlich angestiegen. Trotz besserer Arbeitsmarktzahlen hätten sich viele Indikatoren in den USA eingetrübt. Insgesamt fehle die Visibilität für die nächsten Quartale. Aus diesem Grund verzichte das Unternehmen auch auf eine quantitative Aussage über die Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr. Das Unternehmen gehe jedoch nicht mehr davon aus, das EBITDA-Margenziel von 6% kurzfristig noch erreichen zu können. Vielmehr sei die Marke als mittelfristiges Ziel deklariert worden.
Die fehlende Visibilität und auch die schwache Entwicklung im zweiten Quartal hätten zur Folge, dass die Übernahme der MacSteel deutlich günstiger werde. Die Earn-Out-Komponente sei gestrichen worden, sodass sich der Kaufpreis um 60 Mio. USD (auf 600 Mio. USD) reduziert habe.
Die hohe Korrelation zum Stahlpreis habe bisher nicht reduziert werden können. Dieser Zusammenhang dürfte noch länger anhalten und nur langsam mit einem steigenden Anteil des Service-Geschäfts am Gesamtumsatz abnehmen. Des Weiteren dürfte das Geschäftsmodell aufgrund des anhaltenden Trends zu kürzeren Vertragslaufzeiten bei den Erzkontrakten/im Stahlsektor weiterhin überproportional von den schwankenden Preisnotierungen betroffen bleiben und dauerhaft eine hohe Volatilität aufweisen.
Auf dem aktuellen Kursniveau sei ein Rezessionsszenario voll eingepreist. Die Situation sei jedoch aufgrund der besseren Bilanzqualität des Unternehmens und der noch nicht ganz eindeutigen Signale deutlich besser als zur Zeit der Finanzkrise. Die Bewertung stehe derzeit nicht im Einklang mit den Fundamentaldaten. Insgesamt werde die Aktie deutlich unter Buchwert gehandelt. Derzeit würden Stahlpreisabschläge von über 15% angenommen. Die Kennziffer BV/MC liege bei 1,25. Aber auch eine komplette Übernahme könnte fast allein durch das Working Capital finanziert werden. Die Kennziffer WC/EV liege aktuell bei ca. 0,94.
Die Analysten würden die Prognosen für die kommenden Jahre deutlich reduzieren. In ihrem Modell würden sie nicht davon ausgehen, dass das EBITDA-Margenziel von 6% erreicht werde (Montega: Margen-Peak: 5,45% in 2014). Das Kursziel reduziere man von 30,50 Euro auf 18,00 Euro. Damit betrage das Upside-Potenzial 73%.
Die Analysten der Montega AG bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Klöckner & Co. (Analyse vom 12.08.2011) (15.08.2011/ac/a/d)
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