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Analysen - Marktberichte
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11.08.2011
Auslandsaktien an Substanz mangelt es nicht
Deutsche Börse AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Market Maker berichten im Handel mit Auslandsaktien, dass es ungebrochen nervös an den internationalen Börsen zugeht, so die Deutsche Börse AG.
Auch wenn einzelne Käufer ihre Positionen durchaus aufbauen würden, treibe es die Mehrheit der Investoren weiterhin raus aus ihren Aktienengagements. "Anleger steigen oft bedenkenlos ohne wenn und aber aus", fasse Walter Vorhauser die Situation zusammen. Schwankungsbreiten von 100 Punkten im S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) am Dienstag oder Spannen von 500 Punkten im DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) am Dienstag und Mittwoch dieser Woche seien Ausdruck einer tieferen Verunsicherung über die Zuspitzung der Schuldenlast in den großen Industrieländern.
"Aufkommende Diskussionen um die Kreditwürdigkeit Frankreichs und das starke Engagement französischer Banken in italienischen Staatsanleihen hatten zuletzt den Druck noch verstärkt", erkläre Jan Vrbsky. Anschließende Dementis von den drei großen Ratingagenturen hätten dann wieder etwas Beruhigung in die Märkte getragen und einen kleinen Rebound am heutigen Donnerstag gestartet. "Frankreichs Triple A Benotung ist demnach nicht in Gefahr und auch die Aussicht des Landes wird nach wie vor als stabil eingeschätzt", berichte der Händler der Baader Bank. "Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass in derartigen Gerüchten auch immer ein Körnchen Wahrheit steckt", ergänze Vorhauser.
Mit steigenden Besucherzahlen in den Disney Freizeitparks und gestiegenen Werbeeinnahmen des Fernsehsenders ABC und des Sportkabelsenders ESPN habe The Walt Disney Company (ISIN US2546871060/ WKN 855686) die Börsianer positiv überrascht. Der US-Unterhaltungskonzern habe im dritten Quartal 2011 mehr umgesetzt und mit einem Gewinn von 77 Cent gegenüber 67 Cent pro Aktie im Vorjahreszeitraum die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch der Umsatz von 10,68 Mrd. US-Dollar liege gut 7 Prozent über dem Vorjahreswert von 10,0 Mrd. US-Dollar.
Besonders gut laufe es bei den Themenparks. "Disney hat dort die Eintrittspreise und die Übernachtungspreise in den Hotels erhöht und trotzdem die Besucherzahl steigern können", beobachte Walter Vorhauser. Auch treffe der Medienkonzern mit Filmen wie "Cars 2" und "Fluch der Karibik" den Geschmack der Zuschauer. Mit dem Ergebnis von Hits des Vorjahresquartals wie "Iron Man 2" und "Toy Story 3" hätten sie dennoch nicht mithalten können. Die Aktie habe nach Ankündigung der Ergebnisse zunächst deutlich zulegen können, sei dann am Mittwoch zeitweise auf 21,70 Euro abgesackt. "Die Furcht vor einem erneuten wirtschaftlichen Abschwung kam zum Tragen und der damit erwartete Rückgang bei den Verbraucherausgaben", vermute Vorhauser.
Besser als erwartet habe sich zudem Palfinger (ISIN AT0000758305/ WKN 919964) präsentiert. Der österreichische Kranhersteller habe im 1. Halbjahr 2011 ordentlich zulegen können. Um knapp 40 Prozent auf 414,3 Mio. Euro sei der Umsatz gestiegen. Das Unternehmen freue sich über eine Verdreifachung des Nettogewinns auf 22,6 Mio. Euro. "Mit 10 Prozent ist die operative Rendite historisch gut", bemerke Jan Vrbsky.
Auch hätten die Salzburger geplant, in China und Russland zu wachsen. "Der Kauf des russischen Kranherstellers Inman ist beispielsweise bereits unterschrieben", wisse Vrbsky. Es fehle noch die Genehmigung der russischen Wettbewerbsbehörde. Zudem seien Gespräche mit chinesischen Unternehmen über mögliche Joint Ventures gelaufen. Weniger üppige Wachstumsraten prognostiziere Palfinger für das Gesamtjahr. Denn das dritte Quartal laufe traditionell schlechter. Die Aktie habe mit Bekanntwerden der Zahlen zunächst deutlich auf 21 Euro zugelegt, dann aber im allgemeinen Sog der Börsen nach unten wieder abgegeben. "Ob fundamental gerechtfertigt oder nicht, derzeit wird einfach alles verkauft", fasse Vrbsky zusammen. Am Donnerstag habe die Palfinger-Aktie wieder über 4 Prozent fester notiert.
Überraschend viel umgesetzt habe Cisco Systems (ISIN US17275R1023/ WKN 878841) zudem im 4. Quartal. Die anhaltend hohen Investitionen vieler Unternehmen in die Aufrüstung ihrer IT hätten zu einem Umsatzplus von 3 Prozent auf 11,2 Mrd. US-Dollar geführt. Erwartet worden seien unter 11 Mrd. US-Dollar. Deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum sei unterm Strich übrig geblieben. Um rund 36 Prozent von 1,9 auf 1,2 Mrd. US-Dollar sei der Gewinn des weltgrößten Netzwerkausrichters geschrumpft.
"Cisco ist auch dafür bekannt, an Staatsaufträgen gut zu verdienen", erkläre Walter Vorhauser. Diese Einnahmen würden aufgrund der Sparmaßnahmen der US-Regierung in Zukunft vermutlich geringer ausfallen. Börsianer hätten Cisco dennoch mit einem Anstieg des Aktienkurses von 2,5 Prozent auf 14 US-Dollar belohnt und dies trotz fallender Märkte. "Das liegt auch an der bereits angekündigten Kostenbremse", erkläre Vorhauser. Der Netzwerkspezialist plane den Abbau von weltweit insgesamt 11.500 Stellen. (11.08.2011/ac/a/m)
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