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Analysen - TecDAX
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29.07.2011
Evotec Prognose für 2011 erhöht
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten die Aktie von Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) bei Kursen um zwei Euro erneut zu kaufen.
Die Aktie des Pharma- und Biotechunternehmens befinde sich im Sinkflug. Hätten die Anteilsscheine im Dezember noch fast 3,40 Euro gekostet, müsse man aktuell nur noch 1,95 Euro für eine Aktie berappen. Der Kursrücksetzer von mehr als 40 Prozent sei durchaus üppig. Allerdings entspreche diese relativ schwache Entwicklung nicht, der der positiven operativen Geschäftstätigkeit.
Sicher: Der Schlussstrich für das Projekt EVT 101 in der Indikation "behandlungsresistente Depression" habe Anleger enttäuscht. Bei einer erfolgreichen Weiterentwicklung und Realisierung als Produkt am Markt, hätten die Hamburger spätestens bis 2015 einen dreistelligen Millionenbetrag realisiert. Das sei Geschichte. Man kenne es: Medikamentenforschung sei die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Evotec-Chef Werner Lanthaler habe zwar die Potenziale seine Produktpipeline dargestellt. Diese aber nicht mehr in den Vordergrund gestellt und schon gar keine großen Erwartungen geschürt.
Investiert habe er übrigens in die Pipeline einen lediglich überschaubaren Betrag. Das Ende der 100er-Familie mit Roche (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) sei bedauerlich. Allerdings durch den Fokus von Evotec auf das Service- und Dienstleistungsgeschäft kein Beinbruch. Wie der CEO den Experten im Hintergrundgespräch erläutert habe, sei die Substanz vielleicht noch nicht völlig am Ende. "Ich habe unseren Aktionären in den nächsten Monaten noch einen Asset-Deal im Rahmen unserer alten Produktpipeline in Aussicht gestellt. Daran halte ich mich." Die 100er-Familie gehöre nun ebenfalls zu den alten "Assets" der Gesellschaft.
Wer nun glaube, das Verhältnis zwischen Roche und Evotec sei auf der partnerschaftlichen Ebene zur Entwicklung gemeinsamer Produkte geschwächt, sei getäuscht. "Ich sehe einer weiteren positiven Entwicklung der Zusammenarbeit mit Roche entgegen." Beide Firmen würden an einer Entwicklung neuartiger, auf Proteinaktivität basierender Biomarker für Krebsmedikamente, zusammenarbeiten. Roche entwickle und Evotec liefere ihre Plattform zur Erkennung von Protein-Phosphorylierungsmustern. Während der zunächst dreijährigen Zusammenarbeit würden Roche und Evotec mehrere Biomarkerprogramme für therapeutische Antikörper und Hemmstoffe für kleine Moleküle durchführen. Die Norddeutschen würden von den Schweizern eine Vorabzahlung sowie erfolgsbasierte Zahlungen für jedes der Programme erhalten.
Derartige Kooperationen würden das Orderbuch weiter auffüllen. "Ich bin mit der operativen Entwicklung von Evotec sehr zufrieden. Unser Geschäft wächst und wir erlangen eine verbesserte Profitabilität", sage Lanthaler. Im Startquartal habe Evotec ein Umsatzplus von 54 Prozent auf mehr als 15 Millionen Euro erzielt. Das EBIT sei mit 0,8 Millionen Euro leicht negativ ausgefallen. Nach Angaben des Firmenchefs sei das zweite Quartal ordentlich gewesen. "Wir haben trotz EVT-101 insgesamt eine gute erste Halbzeit gespielt und wollen auch in der zweiten Jahreshälfte Tore schießen", sage Lanthaler. Sodann sollte Q2, getrieben unter anderem durch Meilensteinzahlungen, knapp positiv ausgefallen sein und eventuell die aufgelaufenen Verluste aus Q1 bereits kompensiert haben.
Die Prognose für das Jahr 2011 habe Lanthaler auf der Umsatzseite erhöht. Grund sei vor allem die Übernahme der Assets einer Geschäftseinheit von der Galapagos-Gruppe. Diese Akquisition vergrößere die kritische Masse des so genannten Compound Management-Angebots der Evotec und füge profitable Umsätze hinzu. Sie erlaube Evotec ihr Angebot in der frühen Wirkstoffforschung erheblich zu erweitern.
Nunmehr erwarte Lanthaler für das Jahr 2011 einen Umsatz von 68 bis 70 Millionen Euro anstatt Einnahmen von 64 bis 66 Millionen Euro. Der Gewinn solle nach Möglichkeit gegenüber dem Vorjahr besser ausfallen, ergänzt der CEO. "Unser Ziel ist nachhaltig die Profitabilität zu zeigen und wenn möglich in diesem Jahr den Gewinn weiter auszubauen." Mittelfristig wolle Lanthaler mit einer EBIT-Marge von mindestens zehn Prozent wirtschaften, aber vor allem die biotechnologische Innovationskraft stärken.
Lanthaler habe Evotec in den vergangenen Jahren gut in Schuss gebracht. Jetzt folge die harte Arbeit des Wachstumskurses und der Ausbau des Profits. Um Evotec nachhaltig nach vorne zu bringen, wolle der CEO den Markt weiter konsolidieren. Kein Interesse habe der Wiener allerdings an rein forschenden Wirkstoffbuden. "In unserem Geschäft entscheidet auch die Größe. Bedeutende strategische Transaktionen für die pharmazeutische Industrie werden unseren Wert des Unternehmens deutlich steigern." Evotec sei aktuell an mehr als 50 Wirkstoffen als Dienstleister aktiv. Teilweise würden sich diese Produkte allerdings noch in der Frühphase befinden. Von Jahr zu Jahr dürfte die Anzahl an Partnerprogrammen jedoch weiter ansteigen und ihre Blüte in der Weiterentwicklung entfalten.
Nach dem Kursrutsch werde Evotec noch mit 220 Millionen Euro kapitalisiert. Nach Berücksichtigung der jüngsten Übernahme dürften bis Jahresende noch mindestens 55 Millionen Euro in der Kasse schlummern. Capex beziffere der CEO 2011 auf circa zehn Millionen Euro. Für die Forschung und Entwicklung wolle Lanthaler bis zu zehn Millionen Euro ausgeben. 2012 solle der Umsatz im Bereich von 10 bis 15 Prozent wachsen. Die Aussichten seien sodann unverändert positiv.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten bei Kursen um zwei Euro erneut zum Kauf der Aktie von Evotec. (Analyse vom 29.07.2011) (29.07.2011/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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