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Analysen - Marktberichte
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05.08.2011
Wiener Börse blinder Ausverkauf am Freitagmorgen
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Sommerschlussverkauf auch an der Wiener Börse: Die Performance der letzten Woche mit einem Minus von 10,9% kommt einem Crash wohl schon sehr nahe, am Freitagmorgen gab es dann den totalen Abverkauf, so die Analysten der Erste Bank.
Das sich insgesamt moderat eintrübende Marktumfeld sei bekannt und wohl nicht die große Überraschung gewesen. Ausgelöst dürfte diesen Rutsch dann aber die enttäuschende Struktur des US-Einsparungspakets haben, in Verbindung mit den weiter deutlich stärker als erwartet sinkenden Einkaufsmanagerindices.
Die ganze Woche hätten dann Verkäufe angloamerikanischer Investoren bzw. ausgestoppte Zertifikatprodukte den Abwärtstrend verstärkt. Der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) habe auch nicht viel besser oder schlechter als andere europäische Indices gelegen. Der einzige Wochengewinner sei Agrana (ISIN AT0000603709/ WKN 779535) (+0,4%) gewesen, was schon ein bezeichnendes Bild abgebe.
Die Verliererliste sei lang, werde allerdings diese Woche (fast schon überraschend) nicht von den Finanzwerten angeführt. AT&S (ISIN AT0000969985/ WKN 922230) habe18,0% verloren, gefolgt von Andritz (ISIN AT0000730007/ WKN 632305) mit 15,5%. Letztere hätten die Analysten diese Woche auf "halten" zurückgestuft und das Kursziel auf EUR 72,40 reduziert. Basierend auf dem letzten Kurs wäre das allerdings auch schon wieder ein beträchtliches Aufwärtspotenzial.
Fundamentale News habe es diese Woche vor allem von IMMOFINANZ (ISIN AT0000809058/ WKN 911064) gegeben, die sehr gute Ganzjahreszahlen, einen bestätigten Ausblick und darüber hinaus die EUR 0,10 Dividende sogar KESt-frei in Aussicht gestellt habe. Die Kursreaktion mit -5,8% sei in diesem Umfeld damit zwar auch negativ, zumindest aber ein klarer Outperformer gewesen. Die Aktie bleibe damit eine Kaufempfehlung - eine Dividendenrendite brutto für netto von 3,9% mit der Aussicht einer Steigerung auf 7,8% in den nächsten zwei Jahren seien sehr gut.
RHI (ISIN AT0000676903/ WKN 874182) habe mit den H1-Zahlen klar über den Erwartungen gelegen, die Aktie habe auf Wochensicht dennoch 14,1% verloren - vor allem vor der Zahlenbekanntgabe. Die Analysten könnten diese Reaktion nicht wirklich nachvollziehen, so notiere die Aktie doch bei einem KGV von ca. 6x bei einem gerade bestätigten Ausblick.
Die Aussichten auf eine Änderung der Rahmenbedingungen seien leider nicht sehr vielversprechend. Die Schuldenkrise werde uns noch länger, leider sogar noch viel länger begleiten. Und die Wirtschaft werde auch bestenfalls auf hohem Niveau stagnieren. Längerfristig würden solide Aktien mit ansprechender Dividendenrendite sehr wahrscheinlich ein attraktives Renditepotenzial bieten. Leider gebe es aber aktuell zu wenige Anleger (sowohl private als auch institutionelle), die motiviert seien, dies auch zu nutzen.
Nächste Woche würden OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341), Andritz, Palfinger (ISIN AT0000758305/ WKN 919964) und Semperit (ISIN AT0000785555/ WKN 870378) Quartalszahlen berichten. Zumindest die Erwartungshaltung dürfte deutlich gesunken sein. Als einzig positives Zeichen würden die Analysten den blinden Ausverkauf werten, der am Freitagmorgen stattgefunden habe, als eine Voraussetzung für eine (zumindest temporäre) Stabilisierung. (05.08.2011/ac/a/m)
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