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Analysen - DAX 100
05.08.2011
Rheinmetall Szenario zum Ausstieg aus der Automobilsparte
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von Rheinmetall (ISIN DE0007030009/ WKN 703000) nach wie vor mit dem Rating "kaufen".

Letzte Woche sei bekannt geworden, dass Rheinmetall die Möglichkeit eines IPO der Automobilsparte untersuche. Ganz überraschend komme dies nicht (zumindest nicht ein Ausstieg), da einige Gründe für eine Fokussierung auf das Defencegeschäft sprechen würden:

Synergien zwischen den Geschäftsbereichen gebe es nicht. Nachdem das Segment Defence über die letzten Jahre stark gewachsen sei, habe das Segment Automotive an Bedeutung verloren. Während das Automobilgeschäft in 2004 noch zwei Drittel zum EBIT beigetragen habe, habe sich diese Verteilung in 2011 umgekehrt. Das Automobilgeschäft sei sehr zyklisch und habe in 2009 hohe Verluste erwirtschaftet, während Defence eine Marge von 11% erzielt habe. Auch mit Peak-Margen von 7% verwässere Automotive das Ergebnis. Mit einem Verkaufserlös könne Rheinmetall das Wachstum des Defence-Geschäft weiter vorantreiben und seine Bedeutung als internationaler Rüstungskonzern stärken.

Das Q2-Ergebnis im Segment Automotive sei bereits durch Aufwendungen im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang belastet worden. Das deute für die Analysten darauf hin, dass man bereits relativ weit in der Vorbereitungsphase sei. Laut Zeitungsberichten sei das IPO für den Herbst geplant, hänge aber vom Marktumfeld ab. Nach den Ereignissen in den letzten Tagen, sei es aber nur schwer vorstellbar, dass sich in diesem Jahr noch ein IPO-Fenster öffnen werde.

Die Analysten hätten nach den Q2-Zahlen vom Freitag, die unter ihren Erwartungen gelegen hätten, ihre Schätzungen überarbeitet. Auch ihr Kursziel würden sie reduzieren. Die Bewertungsmultiples im Rahmen ihres SOTP-Modell (63,50 EUR) seien zuletzt gesunken. In Verbindung mit ihrem DCF-Modell (84,00 EUR) würden die Analysten somit zu ihrem neuen Kursziel von 74,00 EUR (zuvor: 80,00 EUR) gelangen.

Ein erfolgreicher Verkauf des Segments Automotive sollte ein Treiber für die Aktie sein. Auf den nächsten Seiten hätten die Analysten die mögliche Transaktion etwas näher erläutert und ihre Sicht der Dinge dargestellt. Um mit der Transaktion Shareholder-Value zu generieren, müssten die verkauften Erlösbringer durch Zukäufe in Defence kompensiert werden. Daher gelte: Nur wenn der Bereich Automotive mindestens mit einem EV von 900 Mio. EUR bewertet werde, gehe die Rechnung auf (Annahme: Zukäufe im Defence-Sektor mit EV/EBIT-Multiples zwischen 7 und 8 möglich (EBIT 110 bis 130 Mio. EUR)).

Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Rheinmetall-Aktie unverändert mit "kaufen" ein. (Analyse vom 05.08.2011) (05.08.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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