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Analysen - TecDAX
01.08.2011
SÜSS MicroTec erstmals Dividendenzahlung?
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten, die Aktie von SÜSS MicroTec (ISIN DE0007226706/ WKN 722670) auf aktuellem Kursniveau zu kaufen.

Der Technologiekonzern aus Garching sei mit einem starken Ordereingang in Höhe von knapp 50 Millionen Euro ins neue Jahr gestartet. Für das zweite Quartal habe das Management einen Auftragseingang im Volumen von 30 bis 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. "Wir liegen absolut im Rahmen unserer Planung. Die leichte Abschwächung gegenüber den Quartalen des Jahres 2010 hatten wir bereits für das erste Quartal erwartet. Sie ist in den Monaten April bis Juni eingetreten", habe der Finanzvorstand Michael Knopp im Hintergrundgespräch mit den Experten gesagt.

Nach Angaben des CFO sei der Rückgang allerdings nicht auf eine Trendwende zurückzuführen oder auf eine allgemeine Abkühlung. "Die Dynamik war zuvor sehr hoch. Das Geschäft hat sich auf einem unverändert soliden Niveau stabilisiert. Die Stimmung für unser Geschäft ist weiterhin gut." Auch im dritten Quartal dürfte sich der Ordereingang auf dem Niveau des Q2 stabilisieren. Im Schlussquartal sollte dieser allerdings wieder anziehen. Sonst werde nach Erachten der Analysten ein erneutes Wachstum im kommenden Jahr ambitioniert.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Turnus dürfte SÜSS MicroTec mehr als 80 Millionen Euro umgesetzt haben. Für Q2 rechne man mit Erlösen von über 50 Millionen Euro. Im Gesamtjahr erwarte Knopp Einnahmen von mehr als 170 Millionen Euro. Die EBIT-Marge habe im Jahr 2010 bei 10,3 Prozent gelegen und solle in diesem Jahr höher ausfallen. "Wir befinden uns auf einem guten Wege unsere EBIT-Marge zu steigern." Bereinigt um laufende Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von eine Million Euro für den Umzug der Bonder-Produktlinie vom amerikanischen Waterbury nach Sternenfels hätte die EBIT-Marge im ersten Quartal 2011 ein Niveau von 10,8 Prozent erreicht.

Für das verbleibende Geschäftsjahr erwarte der CFO aus den Verlagerungsaktivitäten noch einmal rund eine Millionen Euro an Sonderbelastungen. Dies falle im Wesentlichen auf das Q2 und mit einem kleinen Anteil eventuell noch in Q3. Rein operativ befinde sich das Bonder-Geschäft zudem noch in den roten Zahlen. Auf Basis von vollen zwölf Monaten dürfte das Geschäft den Gewinn operativ mit drei bis vier Millionen Euro belasten. "Unser Ziel ist das Geschäft ab dem kommenden Jahr nahezu in die Gewinnzone zu führen." Die Aussichten für diese Sparte seien lukrativ und unverändert positiv.

Die Substrat Bonder, notwendig für das Verbinden von Wafern, um gestapelte Chips herzustellen, könnten das Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren vervielfachen. Der Marktanteil von SÜSS MicroTec liege bei 25 bis 30 Prozent. Da durch die 3D-Integration für die Bayern ein komplett neuer Markt entstehe, könnte mittelfristig ein zusätzliches Umsatzvolumen von gut 100 Millionen Euro erzielt werden. Laut Knopp sollten hier die Margen mittel- bis langfristig über dem Zyklus bei rund 15 Prozent liegen. Im Bereich Fotomasken beziffere er die EBIT-Margen auf circa 15 Prozent und in der Einheit Lithografie sogar auf 20 Prozent.

Perspektivisch habe der Vorstand eine EBIT-Marge von 15 Prozent versprochen. "In unserem Geschäft sind durchaus noch ein paar Prozentpunkte mehr drin." Die Experten würden nunmehr für das Jahr 2011 eine EBIT-Marge von zwölf Prozent oder ein EBIT von mehr als 20 Millionen Euro unterstellen. Die erwähnten Einmaleffekte aus dem Bonder-Geschäft seien inkludiert.

Nettoabschreibungen von aktivierten Entwicklungsaufwendungen würden 2011 mit rund zwei Millionen Euro das Ergebnis belasten. Diese würden 2012 erneut anfallen und ab 2013 seien diese Abschreibungen nur noch gering. Addiere man zusätzlich diese Effekte zu dem Ergebnis hinzu und unterstelle keine operativen Verluste im Bonder-Bereich, würde dies einem EBIT von bis zu 28 Millionen Euro entsprechen. Damit überschreite SÜSS bereits die EBIT-Marge von 16 Prozent. Auf Basis einer bereinigten Proforma-Betrachtung aus den geschilderten Belastungen, dürfte die bisherige Ziel-EBIT-Marge schon in diesem Jahr erreicht werden. Man erkenne leicht, dass das Unternehmen mittelfristig durchaus mit operativen Margen von 17 bis 19 Prozent wirtschaften könne.

Aktuell horte das Unternehmen einen Nettobarbestand von 35 Millionen Euro. Knopp prognostiziere für das Jahr 2011 einen Free Cashflow von mehr als zehn Millionen Euro. Am Jahresende werde das Nettoguthaben auf 45 bis 50 Millionen Euro ansteigen. Die Mittel sollten unter anderem für Akquisitionen ausgegeben werden. "Wir prüfen den Zukauf von Gesellschaften, die unsere Prozesskette ergänzen", sage der Finanzchef. Eine größere Übernahme sei eher unwahrscheinlich. Sodann könne die Firma durchaus einen Teil des Geldes an seine Anteilseigner ausschütten. "Die Dividende ist ein Thema für uns. Wir werden uns mit einer Dividendenzahlung für das Jahr 2011 sehr ernsthaft beschäftigen", sage Knopp.

Die Aktie von SÜSS MicroTec habe in den letzten Wochen deutlich an Boden preisgegeben. Vermutlich hätten einige Investoren Sorge, dass sich die Geschäfte stärker abkühlen würden. Dazu müsse man aber wissen, dass die Firma nicht komplett am Zyklus der Halbleiterindustrie klebe. Es würden auf diese Industrie rund 50 Prozent der Erlöse entfallen. Das müsse man im Hinterkopf behalten. Dennoch: Unterstelle man 2012 null Wachstum, dürfte der Gewinn aus oben beschriebenen Fakten, dennoch steigen. Mit einem KGV von 10 für das Jahr 2011 sei die Aktie sehr günstig zu haben.

Auf aktuellem Niveau ist die Aktie von SÜSS MicroTec nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" kaufenswert. (Analyse vom 29.07.2011) (01.08.2011/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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