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Analysen - Ausland
16.08.2002
Millennium Pharma. Basisinvestment
BioTech-World

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Die Analysten von "BioTech-World" empfehlen erneut die Aktien von Millennium Pharmaceuticals (WKN 900625) zum Einstieg.

Millennium sei im Bereich der Erforschung und Behandlung von Krankheiten wie z.B. Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Virusinfektionen, Fettleibigkeit, Atemwegserkrankungen tätig. Mit einer Marktkapitalisierung von 5,4 Milliarden US-Dollar gehöre Millennium ohne Zweifel zu einem der Big Player der noch jungen Biotechnologiebranche. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es keineswegs leicht sei, Millennium in eine bestimmte Schublade zu stecken. Denn die Tätigkeitsbereiche des Unternehmens seien vielfältig und würden sich auf alle großen Bereiche der Medikamentenentwicklung erstrecken.

Der weitverbreitete Ruf des Unternehmens in einer extrem schnelllebigen Branche sei einzigartig. Es gebe wahrscheinlich keine Biotech-Firma, die Millennium nicht kenne. Und gerade Bekanntheit sei bei der Rekrutierung neuer Forscher und Mitarbeiter sehr wertvoll. Denn nur qualifizierte und engagierte Fachkräfte würden auf Dauer zu dem Erfolg eines Unternehmens beitragen. Millennium habe in dieser Hinsicht wohl kaum Probleme. Dies dürfte den wissenschaftliche Erfolg für die nahe Zukunft sichern. Gerade die Bekanntheit ermögliche den Abschluss neuer Forschungsaufträge, die momentan noch die wichtigsten Einnahmequellen bei Millennium darstellen würden.

Neben etlichen, langfristigen Kooperationsverträgen (zur Zeit mind. 24), die addiert einen Wert von über 2 Milliarden US-Dollar ergeben würden, baue sich Millennium nebenher eine eigene Präparatspipeline auf. Gezielt benutze man die vorhandene Liquidität, um aussichtsreiche Präparate von anderen Biotech-Firmen in die eigene Pipeline zu übernehmen. Eines davon sei Campath, das gegen Leukämie eingesetzt werde und im zweiten Quartal 2001 die Zulassung in den USA und in Europa erhalten habe. Somit sei Campath das erste eigene zugelassene Präparat und zeige die erfolgreiche Übernahmestrategie von Millennium. Man erwarte Umsätze in Höhe von 220 Millionen US-Dollar im ersten Jahr nach der Zulassung. Bei Multipler Sklerose befinde sich Campath in Phase-II-Studien.

Millennium habe 1999 aber nicht nur Campath zu seiner Pipeline hinzugekauft, sondern habe direkt die komplette Entwicklungsfirma, die amerikanische Leukosite, für 550 Millionen US-Dollar per Aktientausch mitgenommen. Damit habe man ein hochkompetentes Forscherteam und neben Campath fünf weitere Produkte erworben, die sich in unterschiedlichen klinischen Entwicklungsphasen befinden würden. Für die Vermarktung und den Vertrieb von Campath habe man sich die Schering AG ins Boot geholt, um eine möglichst große und schnelle Marktpenetration zu erreichen. Die Schering AG übernehme die Vermarktung in Europa und habe ihrerseits die Vermarktungsrechte in den USA an die Berlex Laboratories vergeben.

Weiterhin sei ein neues Produkt, MLN341 (Velcade) der Hoffnungsträger in Sachen Krebsbehandlung, zur Zeit in der dritten Testphase. Die Ergebnisse dieser Versuche dürften auf der amerikanischen Hämatologiekonferenz im Dezember 2003 vorgestellt werden. Die Testphase II habe sehr gute Ergebnisse erbracht. Bei den 77 Testkandidaten habe es bei 47 Prozent eine Verbesserung des Krankheitsbildes gegeben, eine stabile Entwicklung oder Verbesserung sogar bei 77 Prozent aller Patienten. Dabei sei es wichtig, dass bei den Testpatienten jeder durchschnittlich bereits fünf erfolglose Therapien durchlaufen habe. Die Experten seien weiterhin der Auffassung, dass das neue Präparat ein Verkaufsschlager werde und die Märkte Ende 2004, Anfang 2005 erreiche.

Des Weiteren ergänze Millennium laufend seine Technologiesysteme und picke sich die Feinheiten aus dem Biotech-Sektor heraus. So geschehen im Juli des vergangenen Jahres, als man die Cambridge-Discovery-Abteilung für 65 Millionen US-Dollar übernommen habe. Der Chemiebereich von Cambridge, die Cambridge Discovery Chemistry Inc., sei nach der Integration an Signature BioScience im Juli diesen Jahres wieder abgestoßen worden.

Daneben habe Millennium in letzter Zeit einige weitere vielversprechende Technologien lizenziert. Darunter seien die Technologien von Protein Design Labs (Antikörperspezialist), ImmunoGen (Benutzung von ImmunoGens Technologie zur Krebsbekämpfung), BioMax Informatics AG (Lizenzierung des BioRS Integration and Retrieval Plus Systems v4.0 zur Unterstützung von Millenniums Technologieplattform) und der Pharsight Corporation (Verknüpfung der jeweiligen Präparatsentwicklungssysteme) zu finden.

Diese Produktvielfalt komme natürlich nicht von ungefähr, denn Millennium verfolge eine weitaus aggressivere Expansionsstrategie als seine Konkurrenten, dies berge zwar hohe Risiken, scheine "BioTech-World" aber auf Grund der aktuell sehr niedrigen Börsenbewertungen der Branche als eine gute Strategie. In die Expansionsüberlegungen seien auch größere Biotechs wie Celera Genomics, CuraGen, Human Genome Sciences, Incyte Genomics und Myriad Genetics einbezogen worden. Für das ehrgeizige Ziel "Break Even 2004“ benötige Millennium auch solche Akquisitionen um auf der einen Seite sich Konkurrenten vom Leib zu Halten und auf der anderen auch interessante Produktpipelines und Know-how einzukaufen.

Der aktuelle Verlust falle bei aktuellen Cashreserven per 05. Juni 2002 von 2,0 Milliarden US-Dollar eher bescheiden aus. Der Umsatz sei auf Jahressicht von 59,1 Millionen Dollar um mehr als 50,0 Prozent auf 91,9 Millionen Dollar geklettert, dies liege auch an der oben angesprochnen Expansionsstrategie.

Die Analysten von "BioTech-World" halten Millennium für ein absolutes Basisinvestment. Langfristig sei die Aktie ein klarer Kauf.



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